Ideen, wie „machBar“ das Untergeschoss der Bahnhofstraße 26 in Planegg mit Leben füllen kann, hat Lotar Krahmer viele. Im überdachten Eingangsbereich wäre Platz für ein Lastenrad.  Foto: Michael Schönwälder
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Ideen, wie „machBar“ das Untergeschoss der Bahnhofstraße 26 in Planegg mit Leben füllen kann, hat Lotar Krahmer viele. Im überdachten Eingangsbereich wäre Platz für ein Lastenrad.

Endlich Räumlichkeiten gefunden

Verein „machBar“ braucht Geld für die Miete

Schon lange sucht der Verein „machBar im Würmtal“ nach einer Unterkunft für seine eigene Werkstatt. Jetzt ist er endlich fündig geworden, aber es gibt ein neues Problem.

Würmtal – Heimwerken hat Hochkonjunktur – und das nicht erst seit Corona. Die Gruppe derer, die Spaß am Selbermachen haben, wächst. Der Verein „machBar“ will diesem Trend Rechnung tragen. Seit drei Jahren bieten seine rund 20 Mitglieder Kurse an, helfen mit ihrem Wissen und ihrer Erfahrung. Allein an eigenen Räumlichkeiten mangelt es nach wie vor. Nun könnte der Traum von einer eigenen Offenen Werkstatt endlich wahr werden. Man hat ein geeignetes Domizil in Aussicht. Künftig könnte in der Planegger Bahnhofstraße 26, gleich neben dem Edeka-Markt gewerkelt werden. Mit dem Eigentümer ist man sich einig, der Mietvertrag ist unterschriftsreif. Doch jetzt fehlt dem „Verein zur Förderung von Eigenarbeit im Würmtal“, wie er richtig heißt, die dringend benötigte finanzielle Unterstützung.

Eigentlich hatte man gehofft, am 1. Januar alles unter Dach und Fach zu haben. Nun scheitert das Vorhaben womöglich am Geld. Um die Miete stemmen zu können, hat der Verein bei der Gemeinde Planegg einen Zuschuss beantragt. Eine Entscheidung sollte bereits im Dezember fallen. Doch weil coronabedingt der Finanzaussschuss zweimal seine Sitzungen absagte, wird das Ganze zu einer Hängepartie.

Nicht nur, dass der Eigentümer auf eine Entscheidung drängt, Lotar Krahmer, Initiator des Vereins und Vorstandsmitglied, sieht für eine Bewilligung des notwendigen Geldes momentan nur eine geringe Chance. Aufgeben möchte er dennoch nicht. „Es wollen nicht ein paar eifrige Bastler öffentliche Mittel beantragen, sondern die Werkstatt soll allen Würmtal-Bürgern zur Verfügung stehen“, so Krahmer.

Vorbild für „machBar“ ist das „Haus der Eigenarbeit“ (HEi) in München. In der Offenen Werkstatt sollen nicht nur Kurse stattfinden, sondern jedermann kann vorbeikommen und dort Dinge herstellen, restaurieren oder reparieren, nach Wunsch unter fachkundiger Anleitung. Der Verein möchte keine Konkurrenz zu anderen Anbietern wie etwa der Volkshochschule sein, sondern mit ihnen kooperieren.

220 Quadratmeter im Untergeschoss

Die Räumlichkeiten in der Planegger Bahnhofstraße 26 sind zentral gelegen und bieten mit ihren 220 Quadratmetern fürs Erste auch genug Platz für das Angebot des Vereins. Im überdachten Eingangsbereich könnte ein Lastenfahrrad seinen Platz finden, im Innenbereich soll der mit knapp 160 Quadratmeter größte Raum für eine Fahrradreparaturwerkstatt, Kurse für CAD oder 3D-Druck sowie für andere ruhigere Arbeiten genutzt werden.

Lotar Krahmer möchte zudem die Theke des ehemaligen Restaurants nutzen und an dieser Stelle einen Treffpunkt einrichten, wo Besucher, Fachberater und Kursleiter etwas essen und trinken und vor allem ungezwungen miteinander ins Gespräch kommen können. Auch Ausstellungen oder Vorträge sollen hier möglich sein. Es gäbe zudem einen Raum für eine Holz- und Keramikwerkstatt sowie einen, in dem Metallarbeiten möglich wären.

Aus Rücksicht auf die Gäste des Parkhotels Leiser, welche im ersten Stock des Gebäudes (über dem Edeka-Markt) logieren, wird der Verein auf lärmintensive Tätigkeiten verzichten – mit Ausnahme der Metallbearbeitung. Denn in diesem Raum ist ein hoher Schallschutz gewährleistet. Über die Tiefgarage könnte „machBar“ sogar über einen barrierefreien Zugang verfügen. Im Geist hat Lotar Krahmer schon jeden Winkel der Räumlichkeiten in der Bahnhofstraße 26 mit Leben gefüllt, für die Umsetzung warten er und seine Mitstreiter auf einen positiven Bescheid seitens der Gemeinde Planegg. „Wir hoffen auf Übernahme eines Teils der Miete, damit wir die Anlaufphase schaffen und zeigen können, was wir drauf haben,“ so der Verein im Internet. Zügig will man aber auch auf andere Würmtal-Gemeinden zugehen und diese um eine Kostenbeteiligung bitten.

Einen Anfang hat die „Stiftung der Kreissparkasse für den Landkreis München“ gemacht. Sie sagte Hilfe bei Verwirklichung des Projektes zu – in Form einer Finanzspritze in Höhe von 20 000 Euro. (Margot Deny)

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