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Aufgrund der Bauarbeiten in der Martinsrieder Ortsmitte hätte man das Dorffest diesmal ohnehin in die Einsteinstraße verlegen müssen.

Verkettung unglücklicher Umstände

Verein Miteinander sagt Martinsrieder Dorffest ab

Das Martinsrieder Dorffest fällt in diesem Jahr ins Wasser. Ursache ist eine Verkettung unglücklicher Umstände. Die Absage reißt ein Loch in den Haushalt des gemeinnützigen Vereins Miteinander.

Das Martinsrieder Dorffest 2016 ist abgesagt. Bei der letzten Ausgabe vor zwei Jahren waren noch 5000 Besucher erschienen, heuer wird es im Planegger Ortsteil zum geplanten Veranstaltungstag am 24. Juli ruhig bleiben. „Das ist ganz blöd gelaufen. Es sind einige Dinge zusammengekommen“, erklärt Anneliese Bradel, 2. Vorsitzende des Würmtaler Vereins Miteinander, der die Festivität seit 2010 im Zwei-Jahres-Rhythmus organisiert.

Entscheidend sei der Ausfall dreier Leistungsträger in der Organisation des Dorffests, so Bradel. Unter anderem laufe sie selbst mit doppeltem Beckenbruch auf Krücken. Zwar sei die Feuerwehr bereit, ihren Part wie bei den bisherigen drei Veranstaltungen zu übernehmen. Für den Verein Miteinander könne sie aber nicht auch noch einspringen.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Ortsmitte für die Feierlichkeiten ausfällt. Bauarbeiten zwangen die Organisatoren dazu, den Standort in die Einsteinstraße zu verlegen. Dies hätte laut Bradel zu weiteren Problemen geführt: „Da hätten unsere Planungen zu Wasser- und Abwasserzugängen von vorne beginnen müssen. In der Ortsmitte wüssten wir in diesem Punkt bereits Bescheid.“

Durch die Absage muss der Verein Miteinander nun mit erheblichen Einbußen rechnen. Bekanntlich unterstützt der gemeinnützige Verein die Jugend- und Sozialarbeit der evangelischen Kirche in Gräfelfing, Lochham und Martinsried, indem er eine halbe Diakonstelle finanziert. In der Vergangenheit hatte der Verein mit rückläufiger Spendenbereitschaft zu kämpfen. „Das Dorffest ist sehr groß für unseren kleinen Verein. Jetzt gehen uns ein paar tausend Euro Einnahmen ab“, sagt Anneliese Bradel.

Darüber hinaus seien die Vorbereitungen, die bereits seit sechs bis acht Wochen liefen, natürlich umsonst gewesen, so Anneliese Bradel. Immerhin bei den kooperierenden Firmen sei man ob der Umstände auf Verständnis gestoßen. Auch die bereits bestellte Infrastruktur, wie Kletterturm oder Toilettenwagen, habe man kostenfrei stornieren können. Einzig bei den engagierten Bands könnten möglicherweise noch Kosten anfallen. Anneliese Bradel: „Ich hoffe, wir kommen mit einem blauen Auge davon.“

Für die Durchführung in den kommenden Jahren sieht die 2. Vorstandsvorsitzende derweil keine Gefahr. Es bestehe gar die Möglichkeit, das nächste Dorffest auf 2017 vorzuziehen und künftig immer in ungeraden Jahren zu feiern. „Das ist auch abhängig von der baulichen Situation der Ortsmitte und der finanziellen des Vereins“, so Anneliese Bradel. „Entscheidend ist: Es ist nicht das Dorffest generell abgesagt, sondern nur das Dorffest 2016.“

Trotz aller Widrigkeiten ist die Organisatorin einigermaßen versöhnlich gestimmt. Sie sagt zwar mit Galgenhumor, sie „hätte lieber das Fest organisiert, als sechs Wochen auf Krücken zu laufen“. Im Endeffekt täte man sich und seinen Spendern mit einer schlechten Veranstaltung aber auch keinen Gefallen.

mg

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