Verkehrsberuhigung in kleinen Schritten

Neuried - Die Verkehrsberuhigung bleibt das Sorgenkind der Neurieder. Ein kommunaler Dauerbrenner, wie die Bürgerversammlung am Mittwoch in der Schulaula zeigte.

Umgestaltung der Ortsmitte, weniger Lärm auf der Staatsstraße 2344, Verhinderung von Schleichverkehr, Verkehrsberuhigung der Gautinger Straße - beim Thema Verkehr brodelt es in der Neurieder Bevölkerung. Große Sprünge bleiben der Kommune aus finanziellen Gründen aber versagt. Auch wenn sich die Katze in den Schwanz zu beißen scheint, weil jedes Maßnahmenpaket an der Kostenhürde zu scheitern droht, bei der Bürgerversammlung am Mittwochabend in der Schulaula präsentierte Bürgermeister Harald Zipfel dennoch „eine kleine Feinplanung“. Ein entsprechender Bürgerantrag kommt demnächst im Bauausschuss auf die Tagesordnung.

Zipfel will die zusätzliche Rechtsabbiegespur sperren lassen, die von der Staatsstraße 2344 aus Richtung Planegg in die Gautinger Straße führt. Allerdings könnte die Ampelanlage dann abbiegende Lkw behindern. An der Kreuzung Gruben-/Fichten- und Gautinger Straße könnte eine neue Rechts-vor-links-Regelung Geschwindigkeitsüberschreitungen drosseln. Auf der Staatsstraße will man weiter nachts Tempo 30 durchsetzen. Zipfel: „Wenn die Ampel um 23 Uhr ausgeschaltet wird, rasen Laster mit 80 km/h durch. Das hört man bis in Wohnungen im Haderner Winkel.“

In Sachen Radweg Richtung Gauting wandte sich der Rathauschef um finanzielle Unterstützung an Otto Bußjäger, der stellvertretend für Landrat Christoph Göbel gekommen war. „Da sind jetzt Grundstückseigentümer, Bürgermeister und Gemeinderat am Zug“, erklärte der Vize-Landrat. „Wenn die Gemeinde ein entsprechendes Grundstück besorge, werde es am Landkreis mittelfristig nicht scheitern, versprach Bußjäger.

Aus der Mitte der rund 160 erschienenen Neurieder Bürger stellte Jochen Dabringer, sekundiert von Michael Keil, den Antrag für eine Einbahnregelung, die auf dem Hauserweg und der Franz-Schuster-Straße bis hin zum Maxhofweg nur die Autonutzung in Fahrtrichtung Süden erlauben soll. „Viele Pkw, die von der M4 kommen, suchen sich hier einen Schleichweg Richtung Großhadern und München, wenn die Staatsstraße verstopft ist“, klagte Dabringer, der selbst am Hauserweg wohnt. „Da sind besonders die Schulkinder gefährdet.“ Der Antrag wurde mit 65:13 Stimmen angenommen.

Ein einseitiges Parkverbot auf der Gautinger Straße ab Kreuzung Fichtenstraße bis Ortsausgang forderte Carmen Hohmann. „Lieferwagen verstopfen hier die Straße derart, dass der Bus und damit Pkw im Stau stehen.“ Ilse Witt, Anwohnerin der Ammerseestraße, zeigt sich besorgt über die fehlende nächtliche Verkehrsanbindung, sobald mit dem Winterfahrplan die Buslinie 260 die Ammerseestraße links liegen lässt. „Dann muss man sich abends ab Fürstenried West ein Taxi nehmen.“ Schließlich, so Witt, wohnten in der Ammerseestraße auch viele Senioren.

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