Verkehrskollaps 2025: Die Simulation zeigt, dass der Berufsverkehr (Pkw: weiße Punkte) zum Erliegen kommt, wenn nichts unternommen wird. Auf der Pasinger Straße herrscht Stau bis jenseits der Lohenstraße. Bild: Büro Obermeyer

Verkehrsgutachten: Der Kollaps droht

Gräfelfing - Schon in zehn bis 15 Jahren droht auf der Pasinger Straße und im Gewerbegebiet Lochhamer Schlag der Verkehrskollaps, wenn nichts dagegen unternommen wird.

Nach dem Bürgerentscheid, der eine Umgehungsstraße zwischen Autobahn und Würmtalstraße abgelehnt hatte, beauftragte der Gräfelfinger Gemeinderat das Büro Obermeyer, ein verkehrstechnisches Gutachten für das Gewerbegebiet zu erstellen. Schließlich will die Gemeinde dort das Baurecht anheben.

Das Ergebnis, das Ingenieur Helmuth Ammerl dem überörtlichen Ausschuss am Donnerstag 90 Minuten lang vorstellte, war ernüchternd. Unter dem Strich kam der Leiter des Instituts Verkehrsplanung/Verkehrstechnik des Büros Obermeyer zu dem Schluss, dass die Gräfelfinger eine neue Straße dringend benötigen; er nannte sie „Erschließungsstraße“.

Ammerl hatte in einer aufwändigen Untersuchung die Zahlen für 14 Knotenpunkte in dem Gebiet zusammengetragen und auf Grundlage bekannter regionaler und globaler Entwicklungen eine Prognose für 2025/30 erstellt. Sollte nichts unternommen werden, kollabiert demnach der Verkehr in dem Gebiet in Spitzenzeiten, weil er um rund 25 % auf 90 000 Fahrzeuge pro Tag zunehmen wird. Die Staus auf der Pasinger Straße und ihren Einmündungen Lochamer Straße, Kleinhaderner Weg, Seeholzen- und Lohenstraße nehmen dermaßen zu, dass es zum Infarkt kommt.

Dieses Szenario verglich Ammerl mit dem Fall, dass eine zweispurige Erschließungsstraße zwischen Autobahn (mit Anschluss an die langen Ein- und Ausschleif-spuren) und die Kreuzung Großhaderner Straße/Neurieder Weg gelegt werde. Sie würde bis zu 17 000 Fahrzeuge aufnehmen - mit dramatischer Auswirkung auf die Pasinger Straße und das Gewerbegebiet: Hier würde der Verkehr um bis zu 40% abnehmen (Pasinger Straße: -9000 Kfz) - und auf ein Niveau unter dem heutigen sinken. In der Pasinger Straße entstünde Platz für einen Radweg, Querungshilfen und eine schnelle Busverbindung. Entlastungen gäbe es auch in Wohnstraßen wie der Würmstraße.

Alternativ zur Erschließungsstraße müssten sämtliche bestehenden Knotenpunkte durch Ampeln ertüchtigt und die Straßen um weitere Fahrspuren verbreitert werden, um den Verkehr zu bewältigen - eine Illusion. Der Neurieder Weg müsste in beiden Fällen ausgebaut werden.

Die Gemeinderäte nahmen das Gutachten unterschiedlich auf. Günter Roll (BVGL) fühlte sich „zu 100 % bestätigt“. Auch Bürgermeisterin Uta Wüst sagte, sie sehe den Verkehr lieber auf dem Neurieder Weg als auf der Finkenstraße, und Mathias Pollok (IGG) brachte der Erschließungsstraße Sympathien entgegen, ebenso Petra Schmid (CSU). Thomas Heidenreich (CSU) und Jörg Scholler (FDP) dagegen befürchteten, dass auch die neue Straße „schnell volllaufen“ werde. Nun sollen die Fraktionen das Thema intern beraten.

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