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Landrat Christoph Göbel: Nach langer Zeit erstmals wieder am Rednerpult des Gräfelfinger Bürgerhauses.

Bürgerversammlung in Gräfelfing

Verkehrslärm: Ein ungelöstes Problem

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Das alte Thema Verkehrslärm beherrschte die Gräfelfinger Bürgerversammlung. Bürgermeisterin Uta Wüst musste sich zahlreicher Beschwerden erwehren.

Gräfelfing – „Wir geben nicht auf“, sagte Klaus Saller. Er und weitere Anwohner der Pasinger-/Planegger Straße haben die „Bürgerinitiative Staatsstraßen in Gräfelfing“ gegründet. Ein gutes Dutzend der Mitglieder waren bei der Bürgerversammlung vertreten, unter ihnen Claudia Ascherl. „Der Verkehr wälzt sich durch Gräfelfing; von den versprochenen Maßnahmen wird gar nichts gemacht. Und nichts ist uns viel zu wenig“, sagte sie. Nach dem Ratsbegehren, das die Umgehungsstraße ablehnte, seien von den Gegnern im Gemeinderat „billige Versprechungen“ gemacht worden, die nicht kommen oder nicht wirken“, so Klaus Saller.

Bürgermeisterin Uta Wüst bestätigte, dass eine Entlastungsstraße viel bringen würde, allein: „Diese hat im Gemeinderat noch keine Mehrheit gefunden.“ Immerhin habe man den Einbau von Flüsterasphalt erreicht und stehe weiter in Verhandlungen mit den Behörden.

Auch die Verfechter von wirksamem Lärmschutz entlang der Autobahn, die Hunderte Unterschriften gesammelt hatten, forderten Taten von der Bürgermeisterin. Sprecher Reinhard Fritz: „Es ist zynisch und nicht akzeptabel, mit dem Lärmschutz auf eine vierte Fahrspur auf der Autobahn zu warten.“ Bisher seien die Interessen der Bürger überhaupt nicht zum Zuge gekommen. Fritz: „Das muss jetzt gemacht werden, Frau Wüst, in hoher Stringenz.“

Die Bürgermeisterin sagte, die geforderte Temporeduzierung auf der Autobahn auf 60 km/h nachts sowie die Geschwindigkeitsüberwachung durchzusetzen, sei „schier unmöglich“, doch wolle man es auch im Verbund mit den Kommunalpolitikern der benachbarten Münchner Stadtteile versuchen.

Wie zu erwarten, machte auch die Nachbarschaft des Doemens-Grundstücks, auf dem die Gemeinde Geschosswohnungsbau plant, auf ihre Sorgen aufmerksam. Gabriele Klein beschwerte sich, dass die Kommune bei der Baudichte in eigener Sache „mit ganz anderem Maß“ messe, als bei Privatpersonen. Sie und auch Klaus Prusinovsky gaben zu bedenken, dass die äußerst engen Wohnstraßen den zu erwartenden Anwohnerverkehr nicht aufnehmen könnten. Uta Wüst sagte, beim geplanten Maß der baulichen Nutzung orientiere man sich an dem Baurecht, das der Bebauungsplan vorgebe. Doch werde es ein transparentes Verfahren geben, in dem die Nachbarn ihre Anliegen einbringen könnten.

Martin Schullerus

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