Verkehrsprobleme hausgemacht

- Autobahn-Südring: Petition der Bürgerinitiativen am Donnerstag im Landtag

VON ANDREAS VON DELHAES Würmtal - Freie Fahrt für freie Bürger? Am Donnerstag wird im Landtag die erste Petition der Vereinigten Bürgerinitiative Südlicher Erholungsraum München behandelt, die den Antrag auf Aufnahme des Autobahn-Südrings in den Bundesverkehrswegeplan zurückweist.

Zur Unterstützung wird nun eine zweite Petition eingereicht, die aufgrund amtlicher Messergebnisse des Verkehrs auf dem Ostring der offiziellen Begründung für den Ringschluss im Süden den Boden entzieht. Dort wird argumentiert, die hohe Verkehrsbelastung im Osten mache den Südring erforderlich. Wie sich nun herausstellte, wird durch die Messung der Verkehrsströme durch die Autobahndirektion Südbayern klar, dass dieser Verkehr zu 36 Prozent aus Ziel- und Quellverkehr besteht und somit hausgemacht ist.

Nach Ansicht von Karl Hofmann, dem Vorsitzenden der Initiative aus sieben Waldschutzgemeinschaften, sind daran die Gemeinden im Osten und Norden selbst schuld, da sie große Gewerbegebiete direkt an der Autobahn platziert hätten. Diese zögen weiteres Gewerbe und Wohnansiedlung nach sich. Daraus ergebe sich die hohe Zahl von 34 747 Ein- und Auspendlern auf dem Ostring. Der Durchgangsverkehr alleine betrage zwischen dem Autobahnkreuz München-Nord und der südlichsten Zählstelle Ottobrunn 96 089 Fahrzeuge im Tagesdurchschnitt. Wer aber die Kapazität des Ostrings derart zusätzlich belaste und als Erschließungsstraße missbrauche, dürfe nach dem Verursacherprinzip seine Probleme nicht auf dem Rücken der Bevölkerung im Süden lösen, so die Argumentation. Schließlich hätte man diese durch eine "zurückhaltendere Ortsplanung in den aufgeblähten Gemeinden" vermeiden und in Zukunft entschärfen können.

Hofmann mahnte auch eine Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs, insbesondere eine Stadt-Umland-Bahn zur Lösung dieser Probleme an. Jedenfalls dürften dazu nicht die Erholungsgebiete, Bannwälder oder Wasserschutzgebiete herhalten, die auch den Bewohnern der Großstadt München zugute kämen. Der Entlastungseffekt steht nach Ansicht des Mitglieds der Initiative, Burkhard Gagzow aus Stockdorf, in keinem Verhältnis zu Entlastungseffekt unverhältnismäßig der Umwelt- und Naturzerstörung, da es nicht bei der Autobahn bliebe: Gewerbe- und Wohnansiedlungen seien meist die Folge "unvernünftiger Planung". Zusätzlich würde es durch einen Südring zu einer Verschärfung an der Engstelle Autobahnkreuz München-Süd kommen.

Deshalb sei laut Hofmann auch klar, warum die Anträge und Vorschläge zum Südring hauptsächlich von Politikern aus dem Nordosten Münchens kämen. Spannend werde nun, wie sich der Landtag bei der Petition durchmogele, da er den Antrag auf eine Machbarkeitsstudie bereits abgesegnet hat. Zwar seien die Grünen dagegen und SPD und CSU geteilter Meinung, dennoch entwickele der Südring eine Eigendynamik.

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