Gabriele Lyska vom Empfang im Rathaus Planegg präsentiert einige der Fundstücke, die hier abgegeben wurden. Darunter zwei Sportbögen ohne Pfeile, Nieren-Wärmer, Brille und Handy.
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Gabriele Lyska vom Empfang im Rathaus Planegg präsentiert einige der Fundstücke, die hier abgegeben wurden. Darunter zwei Sportbögen ohne Pfeile, Nieren-Wärmer, Brille und Handy.

Sammelsurium in Fundbüros

Von Sportbögen bis Presslufthammer

  • Peter Seybold
    VonPeter Seybold
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Zwei Sport-Bögen ohne Pfeile, ein Presslufthammer und ein riesiger Teddy wurden in letzter Zeit unter anderem in den Würmtaler Fundbüros abgegeben. Manche Finder versuchen aber auch, selbst die Besitzer ausfindig zu machen.

Würmtal – Die Würmtaler Fundbüros haben auch weiterhin zu tun: In jedem Fundbüro, das in den Würmtaler Gemeinden stets im Rathaus angesiedelt ist, werden nach wie vor pro Monat meist eine einstellige Zahl an Gegenständen abgegeben. Im Planegger Fundbüro sind so in letzter Zeit zwei professionelle Sportbögen, ein Presslufthammer sowie ein einzelner Ski angekommen – letzter wurde zum Beispiel am Planegger S-Bahnhof gefunden, wo ihn wohl ein Skisportler auf dem Weg in die Berge verloren hatte. Der Besitzer zum Beispiel der Bögen konnte noch nicht ausfindig gemacht werden.

„Ansonsten waren es viele Schlüssel, Handys, Hörgeräte, ein Motorradhelm und 250 Euro in bar“, berichtet Mitarbeiterin Jessica Schirmer. Wird Bargeld abgegeben, muss der Besitzer „genau angeben, wo und wann er das Geld verloren hat – und wie viel und in welcher Stückelung“, erklärt Schirmer. Nur dann ist identifizierbar, dass das Geld auch wirklich ihr oder ihm gehört. Fahrräder werden oft mit einem Nummernschloss gefunden, wozu der „Abholer“ dann den Zahlen-Code angeben muss. Viele der Sachen werden in Planegg in der Bahnhofstraße abgegeben und verstärkt im Frühjahr und Sommer, „wenn die Leute mehr draußen unterwegs sind“, sagt Jessica Schirmer.

Zum Beispiel eine kleine Lautsprecherbox, ein großer Stoffteddy, ein Motorradhelm und eine MVV-Jahreskarte wurden in letzter Zeit im Neurieder Fundbüro abgegeben. Der Teddy wurde an einem Neurieder Spielplatz gefunden, der Motorradhelm bei der A95. „Die meisten Sachen sind aber auch bei uns Schlüssel, Handy und Geldbeutel“, sagt Indira Abiti, eine der beiden zuständigen Mitarbeiterinnen. Ein guter Teil der Sachen wird zum Beispiel rund um die Bushaltestellen in der Ortsmitte gefunden, berichtet Abiti. „Und manchmal kommen auch kuriose Anrufe. Vor einiger Zeit rief etwa jemand hat, er habe eine große Sense gefunden. Danach haben wir aber davon aber nichts mehr gehört, weil derjenige den Besitzer selber ausfindig machen wollte“, erzählt Abiti – was in jüngerer Zeit immer mal wieder vorkomme. Insgesamt seien die Neurieder Bürger offenbar sehr ehrlich. Es komme eigentlich nie vor, dass jemand etwas abholen wolle, was ihm oder ihr nicht gehört, berichtet Abiti.

Die Gemeinde Krailling listet alle Fundgegenstände auf ihrer Homepage auf – zur Zeit etwa einige Fahrräder, ein weißes Handy (Fundort Sanatoriumswiese), eine Digitalkamera (Fundort Kraillinger Grundschule), ein Ring (Planegger Bahnhofstraße) sowie vier rote Spanngurte (Margaretenstraße). „Nach der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten vernichten wir die Sachen, sofern sie der Finder nicht will“, erklärt Mitarbeiterin Ingrid Ritter. Orte oder Zeiten, wo besonders viel gefunden wird, gebe es in Krailling nicht.

Im Gräfelfinger Fundbüro sind unter anderem ein Hörgerät, EC-Karten, Schmuck, Fahrräder und Schlüssel aller Art wie Radl-, Auto- und Wohnungsschlüssel angekommen, berichtet Mitarbeiterin Sandra Zwillich. Während in anderen Fundbüros während der Corona-Zeit hinsichtlich der Menge der abgegebenen Sachen fast normaler Betrieb war, wurden in Gräfelfing „während der Zeit weniger Fundgegenstände abgegeben. Dies kann damit zusammen hängen, dass lange keine Veranstaltungen stattgefunden haben, wo erfahrungsgemäß immer Dinge wie Regenschirme und Jacken vergessen werden“, erklärt Zwillich.

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