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Förster Florian Mergler prüft eine seiner Pheromonfallen: 1600 Buchdrucker-Käfer, wo es im vergangenen Jahr 25 waren. Dass die Insekten heuer so früh fliegen, liegt am wärmsten März seit Begi nn der Wetteraufzeichnung.

Förster Warnen: Bedingungen für Waldbrände und Käferplage optimal

Die Wälder haben großen Durst

Sonnenstrahlen wie im August, der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnung: Förster im Würmtal sind in Sorge. Die Bedingungen für Borkenkäfer und Waldbrände sind derzeit einfach perfekt.

Von Victoria Strachwitz

Würmtal Ein Wald wird schnell zu Asche. Das Feuer am Waldrand von Lochham am Samstag hätte ganz anders enden können. Es ist keine zehn Jahre her, da brannten in Gräfelfing 25 Hektar Wald. Das Datum: 16. April 2009. Das Frühjahr wird gerne unterschätzt, was die Waldbrandgefahr angeht. Heuer ist das besonders gefährlich.

„Es ist außergewöhnlich trocken“, warnt Gerrith Hinner. Für das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Ebersberg leitet er das Forstrevier Pullach im Isartal, zu dessen Bereich auch der Wald in den Gemeinden Gräfelfing, Neuried und Planegg gehört. Doch nicht nur die Trockenheit ist ein Problem. „Der UV-Index liegt bei sechs, das ist wie bei einer späten Augustsonne. Das ist den meisten Menschen nicht bewusst“, erklärt er. Damit sei die Strahlung der Sonne derzeit extrem intensiv. Um ein Feuer zu entfachen, brauche es derzeit nicht einmal ein Streichholz. Eine herumliegende Glasscherbe reiche bereits. „Und es liegt so viel zerbrochenes Glas herum.“ Eine unachtsam weggeworfene Zigarettenkippe oder der Funke eines Grillfeuers könne ebenfalls einen Brand auslösen.

Hinners Kollege Florian Mergler, zuständig für Gauting und Krailling, warnt auch davor, sein Auto auf einer trockenen Wiese am Waldrand abzustellen. Der Katalysator könne sehr heiß werden. „Trockenes Gras unter dem Auto entzündet sich ganz schnell.“ Für die Waldbrandgefahr hat der Deutsche Wetterdienst eine Skala von eins bis fünf. Und: „Bei einer drei sind wir mindestens“, sagt Mergler im Hinblick auf den trockenen Wald im Würmtal. „Die Luftbeobachter fliegen bereits.“ Dagmar Rothe vom AELF, zuständig für den Landkreis München, bedauert, dass es vielen Waldbesuchern nicht bewusst sei, dass die Brandgefahr immer auch im Frühjahr bestehe: „Das Bewusstsein der Leute für die Natur hat deutlich abgenommen.“

Feuer ist aber nur eines der Themen, die die Waldbauern derzeit umtreiben. Der Borkenkäfer ist ein weiteres. Die Trockenheit bietet dem Tier ideale Bedingungen, um sich Fortzupflanzen. „Wir rechnen mit massivem Käferbefall“, sagt Hinner daher. „Die Jahre 2014, 2015 und 2016 waren alle gut für den Käfer, und jetzt kommt das vierte Jahr in Folge“, prognostiziert er mit Sorge. Mergler bestätigt die Sorge seines Kollegen. Er hat am vergangenen Sonntag zum ersten Mal in diesem Jahr seine Käferfalle in Stockdorf geleert. 1600 Exemplare der Gattung Buchdrucker fand er darin. „Das ist gigantisch.“ Zum Vergleich: Als er diese Falle 2016 das erste Mal leerte (am 18. April) waren dort nur 25 Stück zu finden. „Der ist anscheinend sehr früh unterwegs“, sagt Mergler. Aber nach dem wärmsten März seit Beginn der Wetteraufzeichnung vor über 130 Jahren sei das wenig verwunderlich. „Es ist gut, wenn die Waldbesitzer jetzt in ihre Wälder gehen und regelmäßig kontrollieren.“ Befallene Bäume gelte es Ende April, Anfang Mai zu erkennen und zu entfernen. „Sonst geht die Spirale los“, warnt er.

„So ein richtig schöner Regen, am liebsten die ganzen Ferien durch, wäre super“, meint Mergler. Der Wald hat Durst. „Die Böden sind schon vom Winter ausgetrocknet“, erklärt Rothe. Und so wünschen sich die Förster einen ordentlichen Wolkenbruch und anschließend einen Landregen. Ein paar Tropfen reichen nicht. „Es muss ganz lange regnen, damit wir dahin kommen, wo wir sein sollten“, sagt Gerrith Hinner.

Victoria Strachwitz

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