Annalena Baebock und Robert Habeck
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Präferenzen geben die Würmtaler Grünen nicht zu erkennen, was eine Kanzlerkandidatur von Annalena Baerbock oder Robert Habeck angeht.

Würmtaler Ortsverbände bereiten sich auf Wahlkampf vor

Wahl: Grüne vorsichtig optimistisch

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Stellen die Grünen nach der Bundestagswahl den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin? Aktuelle Umfragen lassen dies möglich erscheinen. Die Würmtaler Grünen haben unterschiedliche Erwartungen – und planen bereits den Corona-Wahlkampf.

Würmtal – Bei 20 bis 23 Prozent sehen Umfragen Bündnis 90/Die Grünen bundesweit. Zusammen mit SPD und FDP oder SPD und Linken könnte dies für eine Regierungsmehrheit reichen – und der erste grüne Bundeskanzler oder die erste grüne Bundeskanzlerin Wirklichkeit werden. Würmtaler Grüne sind teils noch vorsichtig: „Gar keine Erwartungen“ hat Raymund Messmer, Sprecher der Gräfelfinger Grünen. Seine Partei sei „leidgeprüft. Wir lagen schon öfters in den Umfragen sehr gut, waren dann bei den Wahlen deutlich schlechter“, sagt Messmer, der dennoch auf die guten Ergebnisse der Würmtaler Grünen der letzten Zeit verwaist, in Gräfelfing bis zu 30 Prozent. Die Fridays for Future hätten einen „großen Schub“ für die Partei und ihr Kernanliegen gegeben, meint Messmer. Er hält aber auch das Thema Lobbyismus und Nebeneinkünfte im Bundestagswahlkampf für wichtig.

Die Gräfelfinger Grünen möchten früh mit dem Hauptwahlkampf beginnen, weil sie einen hohen Briefwähler-Anteil erwarten. Als Spitzenkandidat dürften sich eher Annalena Baerbock und „die Frauen-Fraktion“ durchsetzen, vermutet Messmer, auch wenn sich die Gräfelfinger gerne an den Auftritt von Robert Habeck im Bürgerhaus erinnern. Am wahrscheinlichsten sei eine schwarz-grüne Koalition.

„Profitieren von der Schwäche der SPD“

Eine Prognose ist „schwierig“, glaubt Andrea Schulte-Krauss, Orts- und Fraktionsvorsitzende der Kraillinger Grünen. Die Regierungsparteien würden sich „aber gerade nicht mit Ruhm bekleckern. Unsere konstruktiven Vorschläge zum Krisenmanagement kommen gut an und werden oft mit Zeitverzug von der Regierung umgesetzt, wir profitieren sicher von der Schwäche der SPD“, meint Schulte-Krauss. Das vom grünen Oberbürgermeister Boris Palmer regierte Tübingen sei ein „Paradebeispiel“ bei der Corona-Bekämpfung, die grünen Themen lägen im Geist der Zeit. Nach der Wahl wäre „ein Öko-Links-Bündnis“ die Präferenz von Schulte-Krauss. „Diese FDP möchte ich nicht in der Regierung sehen, den sozialliberalen Flügel gibt es nicht mehr, sondern vor allem den unmenschlichen neoliberalen“, sagt Schulte-Krauss.

„Ich glaube, dass wir mit unseren Inhalten gut die Leute überzeugen können und daher gute Chancen haben, unsere Werte zu stabilisieren und auszubauen“, meint Isabella Würker, eine der beiden Neurieder Ortsvorsitzenden. Von der Bundesebene bekäme der Ortsverband bereits einiges an Strategiepapieren und inhaltlichen Informationen. Kürzlich habe es die erste Besprechung der Neurieder zum Wahlkampf gegeben.

Keine Präferenz, was Spitzenkandidat angeht

„Wenn es bis dahin möglich ist, wollen wir die Leute auch direkt erreichen und rausgehen“, sagt Würker, der die soziale Gestaltung der „ökologischen Transformation“ wichtig ist. Beim Spitzenkandidaten habe sie keine Präferenz. „Es sind beides tolle Personen, wir sind selbst gespannt.“

„Im Vergleich zu früher ist die Zustimmung zu unseren Themen und Inhalten schon noch mal ganz anders. Ich denke daher, dass für uns alles drin ist und wir eine führende Rolle einnehmen können“, sagt Judith Grimme vom Ortsvorstand der Planegger Grünen. So hätten die Grünen etwa bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg auch bei älteren Bürgern gut abgeschnitten. Der Spruch „Wir haben keine zweite Erde“ sei wichtiger denn je. Es käme nach der Fridays-for-Future-Bewegung und anderen Ereignissen den Grünen zugute, dass sie sich seit Langem für den Klimaschutz einsetzen.

„Die Grünen sind eine tolle Entwicklung gegangen und haben früh erkannt, dass Weiterwurschteln nicht geht“, meint Grimme. Auch das Thema Transparenz sei aktuell sehr wichtig, da Vertrauen in die Politik verloren gegangen sei. Es sage über ihre Partei viel aus, dass zwei starke Spitzenkandidaten bereitstünden, die beide gleich als Kanzler geeignet seien.

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