Urnen-Leerung: Für die Wahlsonntage im September benötigen die Würmtal-Gemeinden dringend Helfer. Unser Foto zeigt (v.li.) Robert Esslinger, Dieter Gleich und Rupert Kriener, die bei der Bundestagswahl 2009 im Neurieder Wahlbezirk 3 anpackten. A-Foto: js

Wahlhelfer dringend gesucht

Würmtal - Die Gemeinden suchen mehr als 500 Wahlhelfer - und das gleich für zwei Termine.

Seinen Ärger kann der Geschäftsführer der Gemeinde Neuried, Alois Sailer, kaum verbergen. Dass die Landtags- und die Bundestagswahlen im September im Abstand von nur einer Woche stattfinden sei organisatorisch ein Riesenproblem. Seine ansonst treuen Wahlhelfer hätten ihm erklärt: „Zwei Sonntage hintereinander sind Wahnsinn.“ Statt das schöne Wetter zu genießen, müssten sie zwei freie Tage mit Auszählen verbringen. Für die Landtagswahl benötigt Sailer 104 Helfer, für Bundestagswahl 88.

Bis dato hatten die Gemeinden im Würmtal fast nie Schwierigkeiten, genügend Wahlhelfer zu finden. Heuer dürfte dies anders werden. Nicht nur, dass die Wahlen so nah beieinander liegen. Die Bezirks- und Landtagswahl am 15. September ist kurz nach den Sommerferien. „Viele, die sonst immer mitmachen, haben bereits abgesagt, weil sie noch im Urlaub sind“, berichtet Planeggs Pressesprecherin Bärbel Zeller. Die Bundestagswahl fällt auf den ersten Wiesnsonntag am 22. September. Auch deshalb sieht Sailer Probleme.

In Planegg werden für die Wahlen jeweils etwa 170 Helfer gesucht. Auszähler werde man wohl in ausreichender Zahl finden, meint Zeller, denn diese Aufgabe könnten auch neue Wahlhelfer übernehmen. Die Posten der Wahlvorstände und Schriftführer seien jedoch schwieriger zu besetzen. „Da brauchen wir Rathausmitarbeiter und alte Hasen.“

In Gräfelfing setzt die für Wahlen zuständige Rathausmitarbeiterin Daniela Schütz auf das Engagement der Bürger. Für die Bundestagswahl sind 180, für die Landtagswahl 222 Helfer erforderlich. „Wir denken, dass wir das zusammenkriegen“, sagt sie, auch wenn sie durchaus Probleme sieht. Hauptamtsleiter Franz Wolfrum geht ebenfalls davon aus, dass es heuer äußerst schwierig wird, die in seiner Gemeinde jeweils benötigten rund 100 Helfer zu finden. „Wir fangen Ende Mai an zu suchen.“

Davor müssen laut Wolfrum noch Wahlbezirke umstrukturiert werden. Denn alle Gemeinden verzeichneten in der Vergangenheit einen Trend zur Briefwahl, der sich sich heuer noch verstärken dürfte. Daher wird es in Krailling, Planegg und Neuried im September mehr Briefwahlbezirke geben. In Gräfelfing will man in den bestehenden Bezirken die Zahl der Beisitzer erhöhen, „damit mehr Leute zum Auszählen zur Verfügung stehen“, erläutert Schmitz. Sailer erklärt sich den Trend so: „Viele halten sich den Wahlsonntag frei, falls gutes Wetter ist.“

Wer an den beiden Wahltagen als Helfer mit anpackt, erhält eine Aufwandsentschädigung. In Krailling beläuft sich diese pro Termin auf 40 Euro, in Neuried, Planegg und Gräfelfing auf jeweils 60 Euro.

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