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„Genosse Trend ist nicht unser größter Verbündeter“: die SPD ist dennoch optimistisch. 

SPD stellt Kreistagsliste auf

Wahlkampf gegen „Genosse Trend“

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Mit bewährten Kräften eröffnet die SPD den Wahlkampf um den Kreistag. Den Gegner wissen die Sozialdemokraten weniger in den übrigen Fraktionen als in der bundesweit anhaltenden Talfahrt der Partei.

Landkreis München–„Genosse Trend ist nicht unser größter Verbündeter“, bilanzierte Kreis-Vorsitzender Florian Schardt (37). Ein wenig ist es wie Schattenboxen. Die SPD kann sich strecken, wie sie mag. Berlin im Hinterkopf macht es dem Wähler schwer, für die Kommunalwahlen 2020 Programm und Leistungen der SPD im Landkreis zu bewerten.

Der Niedergang der einstigen Volkspartei lässt Schardt der mit 16 Mandaten zweitgrößten Fraktion im Kreistag bescheidene Ziele vorgeben: „Natürlich wäre es schön, sich zu verbessern.“ Das sei angesichts der schlechten Stimmung im Land aber nicht leicht. „Wir halten es daher wie beim Fußball: Um jeden Meter kämpfen.“

In den Kampf stürzt sich die SPD mit kommunaler Power. Selbst die Neuen auf der Liste verfügen über Renommee. Da wäre zunächst Schardt selbst auf Platz 2. Ramona Greiner (33) auf 7 ist Vorsitzende in Taufkirchen und Schardts Stellvertreterin im Kreisverband. Auf Platz 13 steht mit Bela Bach aus Planegg die erste Würmtalerin.

Rang 14 bis 18 besetzen gleich vier Bürgermeister. Die aussichtsreich positionierten obersten drei wären neu im Kreistag. Mit Harald Zipfel (59), Energieberater und Bürgermeister in Neuried, will die Fraktion offensichtlich ihr ökologisches Profil schärfen. Zipfel, der mit Platz 16 der zweite Würmtaler auf der Liste ist, ist dafür bekannt, jeden noch so fernen Termin nicht nur im Würmtal mit dem Rad abzuarbeiten.

Als etablierter Kreisrat ist ausgerechnet Ismanings Bürgermeister Alexander Greulich (50) aus den 16 Rängen gefallen. Anscheinend traut man ihm zu, der Fraktion auch auf der 18 nicht verloren zu gehen. Mit Greulich und den drei Neuen auf 14, 15, und 16 würde die SPD über so viele Bürgermeister verfügen wie keine andere Fraktion. 13-fache Verwaltungsmacht und kommunalpolitische Potenz sollen den Wähler überzeugen. Mit deutlich gedämpften Chancen auf einen Einzug in den Kreistag starten die restlichen Würmtaler: die Gräfelfinger SPD-Ortsvorsitzende Anette Kitzmann-Waterloo (Platz 27) sowie Arnd Meier aus Gräfelfing (Platz 50) und Korbinian Rüger aus Planegg (Platz 68).

Als Motivationshilfe ließ Florian Schardt Johanna Rumschöttel aufsprechen. Der Alt-Landrätin war es 2008 gelungen, den damaligen Amtsinhaber der CSU, Heiner Janik, zu bezwingen. An ihrem Beispiel sollten die Genossen sich orientieren. „Nah am Menschen sein, klar in den Aussagen, wahrhaftig in der Umsetzung“, gab Rumschöttel mit auf den Weg.

Die auf 3 gesetzte Bayern-Chefin Natascha Kohnen vertraut auf besondere Gesetzmäßigkeiten von Kommunalwahlen. Das Misstrauen des Wählers gegen „Die da oben“ sei hier unten weniger stark ausgeprägt. Kandidaten wären vielfach aus dem persönlichen Umfeld bekannt. Darauf könne man bauen.

Die Liste für den Kreistag hat der Unterbezirk München-Land am Montag mit einer Gegenstimme verabschiedet. Annette Ganssmüller-Maluche, die als Spitzenkandidatin auf Platz 1 antritt, das Landratsamt zu erobern, betonte jedenfalls, „extrem stolz“ auf die Liste zu sein.

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