Waldbrand: Überwachungsflieger standen im Hangar

Gräfelfing - Am Montag, 16. April, jährt sich der verheerende Waldbrand im Westen Gräfelfings zum dritten Mal. Inzwischen steht fest, dass das Feuer wesentlich früher hätte entdeckt werden können.

Es war der größte Waldbrand im Einzugsgebiet Münchens in der Nachkriegsgeschichte. Am 16. April 2009 fiel eine Fläche von 25 Hektar Wald zwischen Gräfelfing und der Autobahn 96 einem Flammenmeer zum Opfer. Feuerwehren aus drei Landkreisen waren mit über 100 Einsatzkräften nach Gräfelfing geeilt, um den Brand zu bekämpfen. Der wirtschaftliche Schaden belief sich auf rund 80 000 Euro.

Der Waldbrand, das steht heute fest, hätte wesentlich früher entdeckt werden können, wenn nicht müssen. Doch die Flugsportgruppe des Fliegerhorstes Fürstenfeldbruck, die auch im Würmtal während Trockenperioden vom Himmel aus nach Brandherden Ausschau hält, durfte an diesem Tag nicht starten. Die Regierung von Oberbayern hatte wegen eines anhängigen verwaltungsrechtlichen Verfahrens keine Starterlaubnis erteilt.

So mussten die Flieger im Hangar bleiben, während im Wald bei Gräfelfing das Unglück seinen Lauf nahm.

„Man hätte das Feuer sicher früher erkennen können, wenn damals Überwachungsflüge stattgefunden hätten“, sagt Andreas Lohde, Stadtrat in Fürstenfeldbruck und selbst Mitglied der Sportfliegergruppe. Lohde ist zugleich Referent für Feuerlösch- und Rettungswesen. Er kämpft für den Erhalt der zivilen Fliegerei in Fürstenfeldbruck. Militärisch wird der Flughafen bereits seit Jahren nicht mehr genutzt.

Die Tatsache, dass kein anderer Flugbetrieb den Ablauf stört und die Waldbrandüberwachungsflüge immer mit absoluter Priorität Starterlaubnis erhalten, wertet Lohde als großen Standortvorteil. Den Großbrand in Gräfelfing betrachtet er als Fanal. „Die damalige, gottlob nur kurzfristige Zwangspause hat auf drastische Weise deutlich gemacht, wie wichtig der Einsatz der Sportflieger im Rahmen der Waldbrandüberwachung für die Sicherheit der Bürger der Region ist.“

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