Mehrere tausend Quadratmeter Wald fielen den Feuern zum Opfer. a-fotos: höfle

Waldbrandschäden im Kreuzlinger Forst: Ermittler tappen weiter im Dunkeln

Würmtal - Vier Monate sind vergangen, seit es im Kreuzlinger Forst gebrannt hat - zwölf Mal innerhalb kurzer Zeit. Die Kripo geht bis heute von Brandstiftung aus, tappt aber weiter im Dunkeln. Die Forstbetriebe München machen sich indes an die kostspielige Aufforstung.

Die Ermittlungen der Kripo, die bis heute von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung im Kreuzlinger Forst ausgeht, laufen auch vier Monate nach der Brandserie. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen Unbekannt bald einstelle, teilt Peter Grießler, Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, auf Anfrage mit. Schließlich sei seit Monaten nichts mehr passiert. Damit wird es immer wahrscheinlicher, dass der oder die Brandstifter ungeschoren davonkommen.

Um die Waldbrandschäden kümmern sich indes die Forstbetriebe München, die kürzlich ihre Vorhaben für das Geschäftsjahr 2012, das im Juli begann, vorgestellt haben. Im Kreuzlinger Forst, der als Teil der bayerischen Staatsforsten dem Forstamt München unterstellt ist, sollen die Waldbrandschäden behoben werden. Die Brandserie hat deutlich sichtbare Wunden geschlagen. Drei der zwölf Feuer im Kreuzlinger Forst waren so verheerend, dass umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen nötig sind. Zwei Brandflächen wurden noch im Frühjahr neu bepflanzt, auf der dritten soll im Herbst auf 8000 Quadratmetern Eichenbestand entstehen.

Die Feuer im Kreuzlinger Forst haben mancherorts, wo der Umbau vom Laub- zum Mischwald schon in vollem Gange war, binnen Stunden die Arbeit von Jahren zunichte gemacht. Ist der Schaden erstmals da, bleibt nicht viel anderes, als die Katastrophe als Chance zu nutzen. Eichen sind als Lichtbaumart auf Standorte mit wenig Verschattung angewiesen, wenn sie hochkommen sollen. Im Gegensatz zu anderen Baumarten kann man sie nicht so einfach in den Bestand einfügen. Daher sind sie in bayerischen Wäldern im Vergleich zu anderen Laubhölzern nach wie vor selten zu finden.

Die Kosten allein für die Aufforstungsmaßnahmen schätzt Revierförster Gerhard Walter auf mindestens 20 000 Euro. „Fürs Erste“, wie er sagt. 15 000 Eichen- und 2000 Bergahornsetzlinge müssen gepflanzt werden. Dazu muss ein Zaun errichtet und instandgehalten werden, um den Jungbestand vor Wildverbiss zu schützen, 450 Arbeitsstunden veranschlagt Walter für diese Arbeiten. Die Fläche muss zudem in den nächsten Jahren von Gras freigehalten werden, das auf dem von der Brandasche gedüngten Boden rasant wächst. Die Mäharbeiten verschlingen weitere 4000 Euro.

Wie in vielen bayerischen Wäldern schreitet auch im Kreuzlinger Forst der Umbau vom reinen Fichtenwald hin zum Mischwald voran, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Vielerorts wird der Fichtenbestand mit Buchen unterbaut. „Im Kreuzlinger Forst sind die wesentlichen Schritte für diesen Waldumbau in der Vergangenheit schon erledigt worden“, sagt Wilhelm Seerieder, Leiter der Münchner Forstbetriebe. Ganz vollendet ist die Arbeit aber noch nicht. „Die restlichen 20 Prozent der Fläche mit Laubhölzern zu unterbauen, ist eine weitere Aufgabe für das Geschäftsjahr.“ Auch die Pflege der drei Magerrasenbiotope im Kreuzlinger Forst wird fortgeführt.

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