Evangelische Kirchengemeinden diskutieren Zusammenschluss

Fusion soll die Zukunft sichern

Würmtal - Die Zahl der Gläubigen schrumpft. Deshalb werden die Waldkirche Planegg mit 2900 Christen und die Apostelkirche Stockdorf mit noch 725 Protestanten an einer Fusion nicht vorbeikommen.

Auf Gemeindeversammlungen  diskutierten jetzt die Mitglieder beider Kirchen ihre Zukunft. Pfarrer Bernhard Liess und sein Stockdorfer Kollege Thomas Krusche warben für die Fusion. Denn der angesteuerte Verbund sichere zwei Pfarrstellen und solide Finanzen. Schon jetzt gibt es eine enge Kooperation: Apostel- und Waldkirche Planegg, zu der auch Protestanten aus Krailling gehören, finanzieren den gemeinsamen Gemeindebrief. Jugendbeauftragte Franziska Kleemann wird von beiden Kirchen bezahlt.

Bei der Planegger Gemeindeversammlung mit rund 50 Gläubigen im gut besetzten Saal der Waldkirche gab es kaum Bedenken gegen die Fusion. Schon 2011 wurden Planegg und Stockdorf die Pfarrstellen gekürzt, blickte Seelsorger Bernhard Liess zurück: Seither müsse ein Pfarrer die Sonntagsgottesdienste in Stockdorf und Planegg bedienen. Nach der Fusion hätten beide Kirchen eine stabile Grundlage. Auch zwei volle Pfarrstellen mit Geschäftssitz Planegg seien garantiert.

„Warum geht Stockdorf nicht nach Gauting?“, fragte ein Planegger. „Die Christuskirche hat keine zweieinhalb Stellen verloren wie wir“, antwortete Pfarrer Liess. Daher hätten die Gautinger kein Interesse an dieser Zusammenlegung.

„Jetzt wäre die Gelegenheit für eine Fusion günstig“, warb Pfarrer Thomas Krusche bei der Versammlung in Stockdorf. Denn er selbst verabschiede sich in fünf Jahren in den Ruhestand. Damit die kleine Gemeinde eine Vollzeit-Pfarrstelle behalte, plädiere er für die von beiden Kirchenvorständen favorisierte Fusion, ergänzte Thomas Hecht vom Kooperationsausschuss. Die Verwaltung sei künftig an der Waldkirche Planegg angedockt. Damit sei der Stockdorfer Seelsorger frei von administrativen Pflichten. Hauptargument für die Fusion: Ein Verbund mit 3700 Gläubigen und gemeinsamem Haushalt hätte eine zukunftsfähige, stabile Größe. Und dies gerade noch rechtzeitig – vor dem nächsten Stellenplan der Landeskirche ab 2020.

„Was ist mit unserer Identität?“, hakte eine Stockdorferin nach. „Unsere Aktivitäten wie die Seniorennachmittage bleiben bestehen“, versicherte Pfarrer Krusche. Er schlug vor, dass zur nächsten Wahl 2018 ein gemeinsamer Kirchenvorstand kandidiert – mit voraussichtlich drei Vertretern aus Stockdorf.

„Wer garantiert uns, dass es die Stockdorfer Kirche nach der Fusion noch geben wird – und Planegg das kleinere Stockdorf ernst nimmt?“, fragte Gebhard Leidenfrost. „Wenn wir zuwarten, können wir völlig zerlegt werden“, warnte Matthias Friedrich vom Stockdorfer Kirchenvorstand. Mit einer Fusion „hätten wir eine sichere Zukunft“.

Ohne Votum endeten die beiden Gemeindeversammlungen. Am 4. Mai werden die Kirchenvorstände den Fusions-Antrag beschließen, über den der Dekan im Juni entscheiden wird.

Christine Cless-Wesle

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