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2900 evangelische Christen betreut die Waldkirche in Planegg und Krailling.

Evangelische Gemeinden im Würmtal

Wald - und Apostelkirche wollen fusionieren

Würmtal - Seit 2012 verbindet die Planegger Waldkirche und die Apostelkirche Stockdorf eine enge Kooperation. Jetzt wollen die beiden Kirchengemeinden fusionieren.

Auch für die evangelische Kirche wird es immer schwieriger, Pfarrstellen zu besetzen. Hinzu kommt, dass die Zahl der Gemeindemitglieder sinkt. Angesichts dieser Tatsachen haben sich die Kirchenvorstände der evangelischen Waldkirche Planegg und Apostelkirche Stockdorf bei einer gemeinsamen Klausurtagung jetzt für eine Fusion ausgesprochen. „Unsere Leistungsgremien sind der Ansicht, dass dies der richtige und gute Weg ist“, sagt Pfarrer Bernhard Liess von der Waldkirche. Langfristig würden die beiden evangelischen Kirchengemeinden im Würmtal „eher kleiner“, wie der Planegger Pfarrer im Gemeindebrief schreibt. Aktuell hat Stockdorf 800 Protestanten, in Planegg mit Krailling sind es laut Liess 2900. Im Jahr 2020 wird die evangelische Landeskirche einen neuen Stellenplan herausgeben. Weil sich evangelische Theologen der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand verabschieden und es kaum Nachwuchs gibt, wird die Personaldecke auch im Würmtal dünn.

2021 soll auch der Stockdorfer Pfarrer Thomas Krusche pensioniert werden. Derzeit hat er im kleinen Stockdorf nur eine halbe Stelle, wobei er auch mit Verwaltungsaufgaben betraut ist. Die andere Hälfte seiner Arbeitszeit setzt der Pfarrer in der Kirchengemeinde Planegg ein, mit Schwerpunkt Krailling. Doch an der Waldkirche sei seine halbe Stelle nur bis 2017 befristet, sagt der Stockdorfer Seelsorger. Danach entscheidet der dortige Kirchenvorstand neu über die Kooperation. Weil 2018 aber bayernweit Kirchenvorstandswahlen anstehen, planen die beiden evangelischen Gremien schon mal voraus.

Es gebe drei Wege, sagt Pfarrer Krusche. Entweder werde die gut funktionierende Kooperation beendet; das wäre aber auch das Aus für den gemeinsamen Gemeindebrief, für die Gottesdienstgemeinschaft sowie die von den Protestanten Planeggs und Stockdorfs über Spenden finanzierte interkommunale Jugendbeauftragte Franziska Kleemann. Eine zweite Option sei die Fortsetzung der bisherigen Kooperation. Und die dritte Variante sei eben die nun angestrebte Fusion. Aus den beiden Kirchengemeinden würde dann eine Gemeinde mit einem Haushalt. Die Verwaltung bliebe in Planegg, Stockdorf würde zur Außenstelle.

Mit insgesamt 3700 Gläubigen hätte die fusionierte Kirchengemeinde „eine zukunftsfähige Größe“, findet Planeggs Pfarrer Liess. Weil Stockdorf in diesem Modell „von geschäftsführenden Aufgaben“ befreit sei, würde die dortige Seelsorgerstelle grundsätzlich attraktiver. Durch eine Fusion entstünden so künftig „zwei stabile Pfarrstellen“, ist Krusche überzeugt. Von den anstehenden Kürzungen des Landesstellenplans hoffe man so nicht betroffen zu sein.

Beide evangelischen Gemeinden werden über den geplanten Fusionsprozess auf Versammlungen am Sonntag, 17. April, separat informiert: Um 10 Uhr die Gläubigen in Stockdorf, die Planegger um 11.30 Uhr nach dem Gottesdienst. Das weitere Prozedere ist wie folgt geplant: Am 4. Mai sollen die Kirchenvorstände beider Gemeinden einen offiziellen Beschluss fassen. Die Argumente für einen Zusammenschluss will man dann Dekan Stefan Reimers in Fürstenfeldbruck vortragen. Im Anschluss soll der Antrag auf Fusion an den Landeskirchenrat in München gestellt werden.

Christine Cless-Wesle

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