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Der Wall trennt das Wohn- vom Gewerbegbiet. Nun soll er im Westen gekappt werden – für Gewerbe.

Westumfahrung Martinsried

Wall weicht Gewerbe

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Die Gemeinde Planegg strebt einen Tausch an. Sie will das Grundstück Fraunhoferstraße 1 für die Martinsrieder Westumfahrung nutzen. Der Eigentümer soll dafür einen Teil des benachbarten Walls bekommen, um dort eine Gewerbeimmobilie zu errichten. Kritiker halten das Baurecht für zu massiv.

Planegg – Der Martinsrieder Wall trennt die Wohngebäude der Röntgenstraße vom Gewerbegebiet. Dass er zugunsten der Umgehungsstraße im Westen aufgegeben würde, war schon den Planungen von 1993 zu entnehmen. Auch in einem Entwurf von 2008 fällt dort der Wall. Nun hat die Gemeinde die Straßenführung geändert, sie verläuft jetzt weiter nördlich. Der Grünstreifen soll trotzdem verschwinden.

Als das ehemalige Firmengelände der Jaschek Maschinentransporte GmbH in der Fraunhoferstraße 1 zum Verkauf stand, wurde die Gemeinde überboten und verzichtete darauf, ihr Angebot zu erhöhen. Inzwischen hat sie großes Interesse an den 2217 Quadratmetern nördlich des Walls, wäre dort doch eine geradlinige Straßenführung ohne Verschwenkungen möglich. Der neue Eigentümer, die „mw Martinsried Objekt GmbH“ von Maximilian Wander könnte das Bestandsgebäude sanieren, das eine Geschossfläche von 976 Quadratmetern hat, oder mit einem Neubau das bestehende Baurecht von 2534 Quadratmeter Geschossfläche ausschöpfen. „Neben der Renovierung von Gebäuden ist es auch immer unser Geschäft, Neubauten zu erstellen“, sagt Maximilian Wander. Diese werden dann an Firmen vermietet. Ein Grundstückstausch sei beim Erwerb der Immobilie nicht „die erste Idee“ gewesen. Verschließen will man sich dem aber nicht. Wander: „Wir begleiten positiv das, was sich die Gemeinde vorstellt.“ Das Interesse ertragsstarker Unternehmen an Flächen sei vorhanden.

Die Gemeinde bietet Wander im Gegenzug zu seinem Grundstück 4200 Quadratmeter Wall an. Ein von der „mw Martinsried Objekt GmbH“ beauftragtes Architekturbüro entwickelte dafür eine Gewerbeimmobile, die auf eine Geschossfläche von insgesamt 5453 Quadratmeter kommt. Das L-förmige Gebäude ist in der Höhe gestaffelt und hat maximal sechs Stockwerke. Nach Osten hin ist ein Parkdeck geplant, das mit zehn Meter knapp sechs Meter niedriger ist als die Wohnbebauung an der Röntgenstraße. An seinem höchsten Punkt misst das Gebäude 21 Meter. Der Komplex soll als Lärmschutz für die Bewohner der Röntgenstraße dienen. Wird er nicht gebaut, ist laut Aussage des Bauamtes eine sechs Meter hohe Lärmschutzwand notwendig.

„Wir verdoppeln das Baurecht und damit auch den Verkehrs- und Wohndruck“, sagte Anneliese Bradel (Grüne Gruppe 21). „Allein aufgrund der massiven Mehrung kann ich dem nicht zustimmen.“ Fritz Haugg (FDP) nannte den Wall „erhaltenswert, ein städteprägendes Element und die Trennung von Gewerbe- und Wohngebiet“. Michael Book (CSU) sagte: „Wir führen damit das Gewerbegebiet praktisch bis an die Wohnbebauung heran. So ein relativ massives Gewerbe passt auch optisch nicht an diese Stelle.“

Philipp von Hirsch nannte Lärmschutzwände „einfach scheußlich“, fand aber ebenfalls die vorgelegte Planung zu massiv. Er schlug vor, das Hauptgebäude auf fünf Stockwerke zu reduzieren und beim Parkdeck zwei Ebenen wegzunehmen, um in dem Bereich nur auf 6,25 Meter Höhe zu kommen. Sein Antrag wurde mit 7:2 Stimmen angenommen. Mit 5:4 beschloss der Bauausschuss gegen die Stimmen Bradels, Books, Hauggs und Ralf Tatzels (parteifrei), das Bebauungsplanverfahren für den Wall fortzuführen.

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