"Warum heißt es Ostern und nicht Jesustag?"

Würmtal - Osterhasen sind eine putzige Sache. Aber wie erklärt man Kindern die Auferstehung? Die meisten Kindergärten versuchen, den Kleinen den religiösen Hintergrund von Ostern dazubringen.

An Ostern geht es nicht nur um Schokolade. Darin sind sich die Verantwortlichen in den Kindergärten im Würmtal einig. An den religiösen Hintergrund des Festes wagen sie sich aber in unterschiedlicher Intensität.

„Wir sind ein internationaler Kindergarten, unsere Kinder haben verschiedene Traditionen“, sagt die Leiterin von Sunrise ABC in Krailling, Lara Berni-Klerck. Trotzdem: Im Kindergarten hängt ein Kreuz, und die Kinder erfahren einiges über Ostern. „Wieso gibt es Eier, wieso Hasen und warum heißt es Ostern und nicht Jesustag“, wollten sie wissen, und die Erzieher bemühten sich um Antworten. Der Gemeindekindergarten Sonnenblume in Gräfelfing versucht ebenfalls, dem interkulturellen Hintergrund seiner Schützlinge zu begegnen. „Auf die religiöse Seite wird nicht so eingegangen“, sagt die Leiterin Ingrid Canepa. Ein Kreuz hänge dort auch nicht. „Wir haben Kinder mit unterschiedlichem Glauben“, sagt sie. Den Kleinen werde erzählt, dass es ein christliches Fest sei. Aber: „Es wird nur kurz erwähnt.“ Die Auferstehung sei für Kinder ein schwieriges Thema, vor allem für diejenigen, die keinen Bezug zur Kirche hätten. „Da hat das keinen Sinn.“

Sie widme sich den Fragen, warum es gebackenes Lamm und Osterhasen gebe und woher die Eier kämen. „Viele glauben, der Osterhase legt die Eier“, erklärt Canepa. Deshalb setzte sie dort an. Ostern sei auch ein großes Frühlingsfest. Im Frühling beginne neues Leben, das sei einfacher zu vermitteln.

Im Kinderhaus an der Zugspitzstraße der Gemeinde Neuried hängt kein Kreuz, aber den Kindern seien vor den Ferien die religiösen und traditionellen Aspekte des Festes erklärt worden, erzählt Erzieherin Theresa Schmidt.

Die katholischen und evangelischen Kindergärten bereiten die Kleinen selbstverständlich auf das christliche Ostern vor. „Wir fangen schon frühzeitig an, die Kinder hören bei uns immer biblische Geschichten“, sagt die Leiterin des Kindergartens St. Stefan in Gräfelfing, Heidi Schilasky. Sie nehme beim Erklären der Auferstehung gerne Bezug auf die Erneuerung der Natur im Frühjahr. Der Schnee erschwere ihr das heuer.

Im evangelischen Kindergarten Spielkiste in Martinsried bastelten die Kinder in den Tagen vor Ostern zusätzlich Kreuze aus Pfeifenputzern und Perlen. „Wir machen das sehr christlich, es ist uns eine sehr wichtige Zeit“, sagt die Leiterin Helga Becker. „Wir erzählen die Geschichte so, dass die Kinder Auferstehung nachvollziehen können, soweit man das nachvollziehen kann.“

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