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Wasser im Würmtal wird 52 Prozent teurer

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Von: Peter Seybold

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Klaus Krüger, Geschäftsführer des Würmtal-Zweckverbands.
Klaus Krüger, Geschäftsführer des Würmtal-Zweckverbands. © Dagmar Rutt

Das Wasser im Würmtal soll ab 1. Januar 2022 um ganze 52 Prozent teurer werden. Das empfiehlt der Werkausschuss des Würmtal-Zweckverbands (WZV) der Verbandsversammlung im Dezember. Grund ist die allgemeine Teuerung, die nicht mehr durch Rücklagen aufzufangen ist. Die Wassergebühren steigen dann von 1,10 auf 1,68 Euro pro Kubikmeter.

Würmtal – Bei der Sitzung des Werkausschusses am Dienstagvormittag lobte der Verbandsvorsitzende, Kraillings Bürgermeister Rudolph Haux, die Arbeit des Zweckverbands: Er habe aus anderen Kommunen und Verbänden von völlig anderen Zuständen gehört, da dort wesentlich weniger investiert wurde, berichtete Haux: „Man muss daher fast schon sagen, dass wir uns auf einer Insel der Glückseligen befinden.“

Damit diese hohe Qualität der Versorgung und des Würmtaler Netzes weiter gewährleistet werden kann, müssen die Würmtaler nun wohl wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Die Ausschussmitglieder, darunter WZV-Geschäftsführer Klaus Krüger, Gautings Bürgermeisterin Brigitte Kössinger und Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger, billigten eine Erhöhung der Wassergebühren von 1,10 auf 1,68 Euro pro Kubikmeter. „In den letzten Jahren haben wir in unserem Haushalt Rücklagen aufgelöst, die nun vollständig weg sind“, erklärte Klaus Krüger im Merkur-Gespräch. Dadurch sei die Erhöhung unumgänglich geworden. Die Abwassergebühren blieben unverändert bei 2,10 Euro pro Kubikmeter.

Der Würmtal-Zweckverband lässt im nächsten Jahr voraussichtlich 1650 Meter Wasserleitungen und 1515 Meter Kanal sanieren. Insgesamt werden innerhalb von 100 Jahren alle Kanäle und Leitungen einmal erneuert, um die Funktionsfähigkeit des Netzes zu gewährleisten. Trotz Corona ist das Bauprogramm für Wasserleitungen und Abwasserkanäle auch im nächsten Jahr in der ungefähr gleichen Größenordnung wie sonst geplant. Während in Planegg und Gräfelfing keine Wasserleitungen saniert werden, sind in Krailling mit 1030 Meter Leitungen und 620 Meter Erneuerungen in Gauting größere Wasser-Baumaßnahmen angedacht (siehe Kasten).

„Insbesondere die Leitungserneuerung in Gauting im Rahmen der Tieferlegung der Bahnunterführung ist für uns ein umfangreiches Vorhaben. Wenn man mit der Deutschen Bahn zusammenarbeitet, ergibt sich oft ein größerer Aufwand bei der Vorbereitung und Durchführung“, sagt Klaus Krüger.

Insgesamt hätten sich durch Corona einige Probleme ergeben, wenn etwa Personal in Quarantäne musste. „Auch in unserem Bereich funktionieren die Lieferketten nicht so wie sonst. Es wird schwieriger, bestimmte Materialien zu bekommen, was die Arbeit nicht einfacher macht. Wir halten daher einige Materialien auf Lager“, erklärt Krüger. Auch dadurch könne aber ein Bauprogramm in normalem Umfang gewährleistet werden.

Die Ausschussmitglieder diskutierten auch die Schwierigkeit des Zweckverbandes, genügend Personal zu finden. Im Stellenplan, der künftig noch um fünf Stellen erhöht wird, seien nur 45 von 52 Stellen besetzt – was an dem Problem, qualifiziertes Personal zu finden, liege, wohl aber auch am vergleichsweise niedrigen Tarifvertrag. Möglicherweise könne das Problem über weitere Arbeitsmarktzulagen gemindert werden, hieß es.

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