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Ungeeignet und kaputt: Nicht nur der Rechen des Wasserkraftwerks Krämermühle ist sanierungsbedürftig.

Wasserkraftwerk Krämermühle

Bürger wollen sich beteiligen

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Gräfelfing - Das Gräfelfinger Wasserkraftwerk Krämermühle sieht besseren Tagen entgegen. Die Gemeinde und eine Gruppe engagierter Bürger zeigten sich jetzt entschlossen, das Projekt zusammen anzugehen.

Es war wieder mal eine lange Mängelliste, die ein Experte nach neutraler Prüfung der Bestandsanlage im Umweltausschuss am Donnerstag vortrug. Bleibendes Grundproblem des Wasserkraftwerks ist die zu geringe Fallhöhe von maximal 1,75 Metern. Heute würden sogar nur 1,30 Meter erreicht, weil diverse Teile der Anlage, darunter der ohnehin ungeeignete Rechen, kaputt seien, so Ingenieur Stefan Wöllisch in seiner Expertise. Das Prinzip der Anlage sei „wie vor 150 Jahren“. Auch wenn die Turbine von 1989 noch locker eine Lebenswerwartung von 60 Jahren habe, sei sie für diesen Standort gänzlich ungeeignet und eine sinnvolle Energieausbeute nicht zu erreichen. Wöllisch: „Das können Sie vergessen.“ Weil die Wasserrechtliche Genehmigung für eine Entnahme von 3 m3/s ohnehin auslaufe, müsse eine neue Genehmigung mit verdoppelter Entnahmemenge beantragt und das Kraftwerk saniert werden. Oder man lege es einfach still. „Wenn es so weiter läuft, macht es nur Verlust“, so der Experte. Er hatte mehrere Varianten untersucht, darunter eine reine Ertüchtigung des Bestandes und den Einbau verschiedener Turbinen-Typen. Das zuletzt vorgestellte Schachtkraftwerk lehnte er ab. Es hätte 1,2 Millionen Euro gekostet und die Fische geschont, doch sei es erst ab einer Fallhöhe von zwei Metern rentabel. Auch eine Wasserkraftschnecke, wie von den Grünen vorgeschlagen, sei nicht zu empfehlen; sie sei hässlich und lärmintensiv. Stefan Wöllisch schlug stattdessen den Einbau eines effizienten Rechens, einer Fischtreppe und einer neuen Dive-Turbine vor. Die Maßnahme würde rund 1,1 Millionen Euro kosten und sich bei Eigenverbrauch des Stroms in rund zwölf Jahren amortisieren. Auf Anfrage von Thomas Heidenreich (CSU) bestätigte der Experte, dieses Vorgehen sei auch in zwei Schritten ohne Einbußen umsetzbar. Ex-Gemeinderat Andreas Saurle präsentierte passend dazu die fundierten Vorüberlegungen der Bürgerwerkstatt, das Kraftwerk als Genossenschaft mit Bürgerbeteiligung zu betreiben – ganz oder in Teilen. Auch dies fand Anklang in dem Gremium. Der Umweltausschuss beschloss einstimmig, noch heuer Fördermittel für eine Vorplanung beim Freistaat zu beantragen und die Wahl der Sanierungsform in enger Absprache mit der Bürgerwerkstatt zu treffen.

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