Webasto: Firmen-Erweiterung stößt auf Kritik

Krailling - Webasto will seine Zentrale in Stockdorf erweitern und 40 Millionen Euro investieren. Geplant sind ein neuer Bürokomplex und Wohnhäuser. Kraillinger Anwohner stört das Projekt.

Der Autozulieferer Webasto will seinen Stammsitz in Stockdorf zum so genannten Headquarter ausbauen. An der Kraillinger Straße ist nach Abriss des Altbestands ein neuer zentraler Bürokomplex geplant. Im rückwärtigen Bereich sollen sechs Wohn- oder Boardinghäuser entstehen - „als Super-Puffer“ zur Wohnbebauung, erläutert Projektleiter Günther Hammerschmid. Einstimmig hat der Gautinger Bauausschuss das Planverfahren befürwortet.

Die Webasto AG informierte die Anwohner bereits bei einem Informationsgespräch über ihre Pläne. Mit von der Partie war Bürgermeisterin Brigitte Kössinger.

Wesentlicher Teil des Projektes sei der große zentrale Bürokomplex an der Kraillinger Straße, erklärt Projektleiter Hammerschmid. Damit sich das Firmengelände künftig der Umgebung anpasse, sei in Richtung der Kraillinger Talangerstraße eine reine Wohnbebauung vorgesehen. Die sechs neuen Komplexe mit Erdgeschoss, zwei weiteren Etagen und Flachdach würden niedriger als die Nachbarhäuser. Denn das Webasto-Gelände liege ein Stockwerk tiefer als die Talangerstraße. Zwischen Firmen-Grundstück und Wohngebiet gebe es einen Erdwall „mit wunderbarem Baumbestand“, der noch erweitert werde, sagt Hammerschmid. Zudem soll die derzeit noch überbaute Würm komplett freigelegt werden. Das Wasserwirtschaftsamt ist laut Projektleiter begeistert vom Entwurf der Architekturbüros Achim Hoffmann-Amtsberg aus Gräfelfing und Joachim Bauer aus München. Darüber hinaus sind 280 Tiefgaragenparkplätze geplant - mehr als das Baurecht verlange.

Die Erweiterung sei ein Bekenntnis zu Stockdorf, erklärt eine Unternehmenssprecherin. Die Haupteigentümer-Familien Baier und Mey investierten in die Firmenzentrale 40 Millionen Euro. Ein Neubau in den Gewerbegebieten Gräfelfing, Germering oder Freiham wäre zwar günstiger gewesen, aber die Eigentümer wollten am vor mehr als 100 Jahren gegründeten Stammsitz bleiben.

Froh über die Erweiterung und die Gewerbesteuereinnahmen ist Rathauschefin Kössinger. Da allerdings ein kleines Eck des Webasto-Areals auf Kraillinger Flur liege, erwäge sie einen Grundstückstausch mit der Nachbargemeinde.

Deswegen sind Kraillinger Nachbarn des Unternehmens auch enttäuscht von Bürgermeisterin Christine Borst, da sie an der Infoveranstaltung nicht teilnahm. Sie äußern auch Kritik am Webasto-Vorhaben. Die Wohnbebauung mit sechs Quadern sei sehr massiv. Mit 50 Wohneinheiten auf 4000 Quadratmetern werde das Vorhaben Richtung Talangerstraße viermal so groß wie das der Anrainer. Das hohe Baurecht versiegle Flutmulden der Würm, was zu Überschwemmungen führen könnte, fürchten sie. Zudem werde die Stockdorfer St. Vitus-Kirche eingebaut, und während der Bauphase rolle der Schwerlastverkehr auf der schmalen Bahnstraße. Und die Tiefgaragenzufahrt an der Talangerstraße verursache Zusatzverkehr auf der Gautinger Straße, so die Nachbarn.

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