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Blumen an der Stelle der Bluttat: Auch Würmtaler Einsatzkräfte wurden in der Amok-Nacht eingesetzt. Teils bis in die frühen Morgenstunden.

Amoklauf am OEZ

Im Einsatz bis fünf Uhr früh

Einige Würmtaler Einsatzkräfte waren beim Amoklauf zur Unterstützung in München. Polizei, BRK und Feuerwehr berichten von ihren Eindrücken.

Würmtal – Kriegsspiele von Jugendlichen mit täuschend echt aussehenden Softair-Waffen kommen bei der Polizei nie gut an. Gegen vier Zwölf- bis 14-Jährige ermittelt deshalb nun die Staatsanwaltschaft. Sie waren am Sonntagvormittag am Gautinger Schlosspark mit ihren Waffen unterwegs gewesen, so die Polizei. Und das hätte für sie schlimm enden können, warnt Ernst Wiedemann, Leiter der Gautinger Polizeidienststelle. Die Lage nach dem Amoklauf in München sei angespannt.

Nach der Schießerei im Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) waren auch viele Rettungskräfte aus dem Würmtal im Einsatz. Die Erinnerungen daran sind frisch. Polizei (ca. 20), Bayerisches Rotes Kreuz (7), Malteser Hilfsdienst (60) und die Feuerwehr Gräfelfing (6) schickten rund 90 Einsatzkräfte. Der Dienststellenleiter der Polizei Planegg Siegfried Janscha sagt, an die 20 Beamte seiner Inspektion hätten am Freitag frei gehabt und seien dann doch im Dienst gewesen. So auch er. „Man weiß nicht, was auf einen zukommt“, schildert er seine Gedanken auf dem Weg zum Einsatz. „Man hat diese Situation in Frankreich vor Augen“, sagt er. „Man rechnet damit, dass Ähnliches bei uns passiert. Und dann sagt man: Ah jetzt ist es soweit.“

Janscha war mit der Hausarbeit beschäftigt, als er das Radio anmachte. Er hörte die erste Meldung über die Schüsse im OEZ. „Wenige Momente später hat bei mir schon das Telefon geklingelt“, sagt er. Wie viele seiner Kollegen machte er sich schnell auf den Weg in die Planegger Inspektion, dort seien dann Streifen gebildet worden. „Da gehen einem viele mögliche Szenarien durch den Kopf“, erinnert er sich an die Ungewissheit des Abends. „Es hätte theoretisch überall weitergehen können“, und es habe auch einige Fehlalarme gegeben. Sein Einsatz dauerte bis fünf Uhr früh.

Auch Georg Voit, Leiter der BRK-Bereitschaft Planegg/Krailling, erzählt von der Angespanntheit der Einsatzkräfte am Freitagabend. Er habe sich unter anderem um Prellungen, Rippenbrüche und gebrochene Arme nach der Panik am Stachus gekümmert. Und er schildert seine Angst, in eine Schießerei zu kommen. „War es Amok oder Terror, sind noch Täter unterwegs?“, seien Fragen gewesen, die ihn beschäftigten. „Da fragt man sich, wo man noch hinfahren kann.“

Mit etwas weniger Anspannung kam nur die Gräfelfinger Feuerwehr aus. Eines ihrer Mitglieder brachte im Würmtal gestrandete Polizisten zu ihren Dienststellen in München. Weitere fünf fuhren zum Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Oberschleißheim. Dort sicherten sie den Brandschutz. Denn aufgrund der gebotenen Eile wurden die Hubschrauber dort im laufenden Zustand betankt, berichtet Thomas Hickel, Sprecher der Feuerwehr. Das hätten sie schon öfter geübt. Auch die Polizei hatte ähnliche Szenarien wie das vom Freitag bereits geübt, sagt Janscha.

Trotzdem ist die Lage angespannt. Polizeihauptkommissar Wiedemann sagt: „Die Polizei bittet alle Erziehungsberechtigten, auf ihre Kinder einzuwirken, solche Kriegsspiele zu unterlassen, damit eventuell schreckliche Folgen für alle Beteiligten, die spielenden Jugendlichen oder die eingesetzten Polizeikräfte, verhindert werden können."

Victoria Strachwitz

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