Sebastian Frankenberger (kl. Bild unten) hätte als Laudator von Veronika von Quast fungieren sollen.

Weil Laudator Frankenberger Hausverbot hat

Von Quast pfeift auf den Würmesia-Orden

Planegg – Veronika von Quast sollte den Orden eines Faschingsvereins erhalten. Doch ihr Laudator Sebastian Frankenberger darf den Veranstaltungsort nicht betreten. Der Wirt erteilte ihm Hausverbot – eine Retourkutsche für das Rauchverbot.

Es klingt wie richtig gutes Kabarett, was sich da in Planegg abspielt: Die örtliche Faschingsgesellschaft Würmesia verleiht jedes Jahr einen Ehrenpreis, den Orden „Der große Moriske“. An Personen, die sich im politischen und künstlerischen Bereich über Bayern hinaus einen Namen gemacht haben, wie der Verein auf seiner Homepage schreibt. In den vergangenen Jahren wurden unter anderem Willy Astor, Hans-Jürgen Buchner (Haindling) und Carolin Reiber ausgezeichnet. Dieses Mal sollte der Preis an die bayerische Komikerin und Schauspielerin Veronika von Quast (66) gehen. Doch von Quast erklärte nun, dass sie den Preis nicht mehr annimmt.

Der Hintergrund: Jeder Preisträger darf einen Laudator bestimmen, von Quasts Wahl fiel auf Sebastian Frankenberger (31) – die beiden sind befreundet. Doch Wirt Georg Heide, in dessen Gasthaus Heide-Volm die Verleihung traditionell stattfindet, lässt Frankenberger nicht hin- ein. Der Niederbayer hat Hausverbot. Wegen des Volksbehrens zum Rauchverbot 2010, das Frankenberger gestartet hatte. Heide, der auf dem Münchner Oktoberfest auch das Bierzelt Bräurosl betreibt, sagte unserer Zeitung: „Das ist nichts Persönliches, ich habe nichts gegen Frankenberger. Aber ich will damit ein Signal setzen.“ Heide wolle sich solidarisch zeigen mit Wirten, die unter dem strikten Rauchverbot litten. Sein Wort hat Gewicht im Faschingsverein Würmesia: Heide ist dort Mitglied – und Sponsor.

Für Frankenberger ist das nicht die erste Gaststätte, die ihm den Einlass verwehrt. „Besonders in Oberbayern bin ich unerwünscht“, sagte der Passauer. Nachdem er erfuhr, dass er die Gaststätte nicht betreten darf, schrieb er zunächst eine E-Mail an Wirt Heide. „Ich dachte mir, dass es sich dabei um ein Missverständnis handeln muss.“ Doch da war nichts zu machen. Heide antwortete, er wolle an dem Hausverbot festhalten. Frankenberger gab so schnell nicht auf. Er schlug dem Faschingsverein vor, die Laudatio auf Video aufzunehmen, das sie dann bei der Verleihung abspielen könnten. „Das haben sie abgelehnt.“

Hans Kolß, Präsident der Würmesia erklärte, man habe über Frankenbergers Angebot nachgedacht. „Wir sind dann aber der Meinung gewesen, das passt nicht in die Veranstaltung rein“, sagt Kolß. Er habe zudem noch versucht, Wirt Heide zu überzeugen, Frankenberger doch reinzulassen. Vergebens. Für von Quast und Frankenberger hat Kolß dennoch Sympathien. „Frankenberger ist ein super netter Kerl, und Frau von Quast verehre ich, seit ich sie kenne.“ Aber er müsse eben Schaden von seinem Verein abwenden. Was das genau heißt, sagt Kolß nicht. Ein Ausweichlokal für die Preisverleihung sei jedoch nicht in Frage gekommen. Sympathie hin oder her. Der Verein hat mittlerweile schon einen Alternativ-Preisträger für die Verleihung am 5. Januar: den Münchner Maler Josef Wahl.

Patrick Wehner

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