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Diese Fichte fiel dem Borkenkäfer zum Opfer: Im Kreuzlinger Forst zeigt Gerhard Walter, Revierleiter der Bayerischen Staatsforsten, die senkrechten Rillen, die typisch für die Hauptgänge der Käfer-Weibchen sind.

Käferplage und Trockenheit

Experten befürchten großes Baumsterben im Würmtal

Würmtal - Für Waldbesitzer könnte 2016 ein Horrorjahr werden. Experten befürchten das große Baumsterben. Trockenheit und Borkenkäfer machen vor allem den Fichten im Würmtal zu schaffen.

Kupferstecher und Buchdrucker beherrschen ihr Handwerk. Gleich drei Generationen dieser gefräßigen kleinen Tierchen hat das vergangene Jahr den Waldbesitzern beschert. Die Bedingungen waren einfach zu gut. Orkan Niklas hat am 31. März 2015 für viel liegendes totes Holz gesorgt, der heiße, trockene Sommer hat die stehenden Bäume geschwächt. Und diese beiden Borkenkäferarten sind fleißig. Derzeit ruhen sie von ihrer getanen Arbeit im vergangenen Jahr. Und sie ruhen größtenteils dort, wo der Förster sie nicht erwischt, nämlich im Boden.

Schon Mitte April könnten sie wieder in Aktion treten. Dann gibt es für die Fichten im Würmtal keine Gnade. Historisch bedingt gebe es im Würmtal sehr viele Fichten, deswegen sei der Schaden in der Region sehr hoch, erklärt Wilhelm Seerieder von den Bayerischen Staatsforsten. „Der Käfer springt von einem zum anderen Baum und bringt die Bäume zum Absterben“, erläutert er.

Vom vergangenen trockenen Sommer sind die Fichten noch geschwächt, sagen die Experten. Das mache sie zu einem leichten Opfer. Die Käfer, die nicht im Boden ruhen, befinden sich bereits unter der Rinde von Fichten. Jetzt hilft nur eines, um den Schaden einzudämmen: „Die Waldbesitzer müssen schauen, dass sie das Holz rausbekommen“, erklärt Gautings Revierförster Florian Mergler, der nicht nur den Gautinger Gemeindewald bewirtschaftet, sondern auch für die Privatwaldbesitzer in Gauting und Krailling sowie die Bayerischen Staatsforsten zuständig ist.

Wilhelm Seerieder von den Bayerischen Staatsforsten ist verantwortlich für den Kreuzlinger Forst, den Königswieser Forst und den Forstenrieder Forst. Er sagt: „Es ist schon eine eher schwierige Situation.“ Der Kreuzlinger Forst sei besonders betroffen. Dort habe Niklas „sehr heftige Schäden“ angerichtet, weil der Boden dort noch flachgründiger sei als in Seerieders übrigem Revier. Es gebe dort immer noch viel Totholz. Und da man im Boden bereits in 30 Zentimeter Tiefe auf Schotter stoße, „geht dann auch schnell das Wasser aus“, was wiederum nach wie vor die Fichten schwächt. Also: Ideale Bedingungen für Kupferstecher und Buchdrucker.

Die Käfer zu beherrschen, sei extrem schwierig, so Seerieder. Er spricht von einer Massenvermehrung im vergangenen Jahr. „Wir starten auf hohem Niveau“, sagt er. Es komme jetzt darauf an, wie das Wetter im Frühjahr und Sommer werde. „Wenn es heiß und trocken wird, wird es schlimm“, meint Seerieder.

Florian Mergler spricht von einem möglichen Horrorjahr. „Die Wasserspeicher im Boden sind noch nicht gefüllt“, erklärt er. Mangels Schnee sei der Winter trocken gewesen – eine Folge des Klimawandels. Mergler vermutet deshalb: „Es wird wahrscheinlich so weitergehen."

Victoria Strachwitz

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