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Weihnachtsklänge im Januar

- Grägs wiederholen das Fest musikalisch und literarisch, weil`s so schön war

VON ARNO PREISER Gräfelfing - Mit einer gut besuchten Matinee im Bürgerhaus eröffneten die Gräfelfinger Gelegenheitsschreiber (GRÄGS) den Reigen ihrer Veranstaltungen. Die Mitwirkung von Musikern, wie des Germeringer Kammerorchesters, ist in dem Zyklus von 17 überwiegend literarischen Veranstaltungen nur noch bei den siebten Gräfelfinger Literaturtagen unter dem Titel "Alpenländer" (10. bis 19. Oktober) vorgesehen.

Dabei werden etwa auch Texte des Schweizer Journalisten Fridolin Tschudi rezitiert - bei der Eröffnungsmatinee las Johannes Glötzner dessen "Wintermärchen" vor. Besinnliches herrschte vor, "Wenn`s g`schneit hat, wird auch eine große Stadt ganz klein...wie ein Bild von Bruegel...Biedermaierpoesie", doch die "Straßenbahn melancholisch, voll düsterer Dämonie". "Wegen des durchschlagenden Erfolgs wird das Weihnachtsfest wiederholt", so das Motto der Matinee, erschienen als launiges Substrat aus Dichtungen von Christian Morgenstern ("ein Seufzer lief Schlittschuh") oder Ludwig Thoma (die Parodie "O Natur!" mit Glötzner und der Gymnasiastin Laura Schneiderhan).

Das waren Haltestellen auf der musikalischen Reise des Germeringer Kammerorchesters. Das Amateurstreicherensemble musste ohne seinen erkrankten Dirigenten Peter Michielsen auskommen, doch dessen Proben wirkten nach. Schwungvoll und kräftig geriet das einleitende "Allegro molto" der achten Symphonie von Johann Michael Haydn (1770).

Auch im Fahrwasser der Romantik fanden sich die musizierfreudigen Germeringer zurecht, beginnend beim Präludium der "Kleinen Suite" a-moll für Streichorchester op. 1 des damals 23-jährigen dänischen Komponisten Carl Nielsen. Dieser Andante-molto-Satz erschien ausdrucksvoll gestaltet. Den Kontrast bildeten zwei leicht und beschwingt musizierte Sätze einer "Suite im ungarischen Stil" von Robert Fuchs, ein hier von Brahms beeinflusster Spätromantiker aus Wien. Bei diesen "Allegretto grazioso" und "Allegretto con fuoco" wie zuvor bei Nielsen dirigierte Alexander Zeh, einer der Geiger.

Nach der Pause las Glötzner einen eigenen Text vor, "der oide Mo da bindd im Schdoi", kauzig, wie es sein boarischer Stil ist. Gemeint war eine Schüleraufführung der Heiligen Nacht, bei der der Erzähler in der Rolle des Josef "die ganze Zeit über staad sei muas", eine etwas langweilige Sache. Vom strammen Komparsen wechselte Glötzner, wieder im Dialog mit Laura, zum Papa, der von der Tochter um sein Handy gebeten wird, dem Weihnachtsmann "Wünsche aufs Display" (von Udo Pini) zu sprechen.

Von echter, ausdrucksvoll gelungener Feierlichkeit aber war das "Andante festivo", das Jean Sibelius 1922 für Streicher und eine Pauke komponiert hat.

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