Wellenbad soll in altem Glanz erstrahlen

Planegg - Die Freien Wähler wollen das Planegger Wellenbad aufhübschen und haben einen entsprechenden Antrag eingereicht. Geplant sind Kiosk, Kinderbecken und moderne Sanitäranlagen.

Das Planegger Wellenbad hat seine besten Jahre schon lange hinter sich. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts war das Naturbad in einem gepflegten Zustand, es gab sogar Umkleiden und einen Sprungturm. Mit den Jahren ließ die Gemeinde das Juwel an der Würm verkommen. Die Sanitäranlagen sind oll, von den Sitzbänken ist die Farbe abgeblättert, die Wiesen, soweit nicht von Gestrüpp überwuchert, dienen dem rund 25 Köpfe zählenden Kanada-Gans-Clan, der dort lebt, als Kloake. Trotzdem ist das Bad bei vielen Planeggern beliebt. Wenn es heiß ist, findet man auf den Planken kaum einen Platz. Jugendliche, aber auch ältere Eingesessene mögen das Flair und genießen die kostenlose Erfrischung im sauberen Würm-Wasser.

Die Freien Wähler in Planegg wollen dem Wellenbad seinen besonderen Charme nicht nehmen, sondern „es ein bissl schöner machen“, wie Vorsitzender Florian Zeller sagt. In einem Schreiben an den Gemeinderat beantragen die FW nun eine neue WC-Anlage mit Dusche und einen Kiosk. „Damit man auch mal ein Weißbier trinken kann“, so Zeller, der selber gerne abends in die Würm hüpft. Für die älteren Besucher stellen sich die Freien Wähler eine Boule-Bahn vor, im Bereich der Kneipp-Anlage am westlichen Würm-Arm soll ein Kinderbecken entstehen. „Eltern mit Kindern haben bisher keine Möglichkeit zu baden“, begründet Zeller die Idee. Sogar für Badminton-Plätze gibt es laut FW genug Platz, wenn man den nördlichen Bereich des Bades von Gestrüpp befreit.

Das Schmankerl des Antrags ist die Idee, durch den Biergarten des Bräustüberls einen Zugang per Steg zu schaffen. Damit wäre auch Gastronomie im Bad möglich. Die Gemeinde soll zu diesem Zweck mit den Eigentümern Gespräche führen, heißt es in dem Antrag.

Zwar ist das Konzept schon recht ausgefeilt, die Freien Wähler wollen die anderen Gemeinderatsfraktionen aber nicht vor vollendete Tatsachen stellen. „Wir sind einfach ein bissl kreativ geworden. Das ist jetzt ein Ansatz, den man diskutieren kann“, sagt Zeller.

Auch die Besucher des Wellenbads wollen die Freien nach etwaigen Wünschen befragen, aber eher informell, im lockeren Gespräch. Nichts ändern soll sich am natürlichen, grünen Charakter und am freien Eintritt des Bades. „Alles wird im Einklang mit der Natur geschehen“, verspricht Zeller. Bürgermeisterin Annemarie Detsch muss den Antrag nun innerhalb von drei Monaten auf die Tagesordnung setzen.

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