Wellenbad soll weder modernisiert noch renaturiert werden

Planegg - Das Planegger Wellenbad bleibt so, wie es ist. Der Bauausschuss lehnte zwei Anträge von Freien Wählern und FDP ab, das Bad zu modernisieren beziehungsweise zu renaturieren

Die Meinungen im Planegger Gemeinderat über das über 100 Jahre alte Wellenbad könnten unterschiedlicher nicht sein. Den einen gefällt der schlichte Charakter des Bades, andere halten es für heruntergekommen, so zum Beispiel Max Gum-Bauer. „Der Zustand des Wellenbades ist Planegg nicht würdig“, begründete der Fraktionssprecher der Freien Wähler den Antrag seiner Gruppierung, die Erholungsstätte zu modernisieren. Die Freien hatten den Bau einer neuen WC-Anlage, eines Kiosk, einer Boulebahn, zweier Badmintonplätze und eines Kinderbeckens am westlichen Würmarm sowie eines Stegs zum Bräustüberl beantragt.

Die Mehrheit des Bauausschusses lehnte die Pläne der Freien Wähler jedoch ab. SPD-Fraktionssprecherin Monika Schulz sagte, sie wolle aus dem Wellenbad kein „Spaßbad“ machen. „Mehr als eine Erfrischung im Wasser braucht man nicht.“ Der Westteil des Bades sei zudem ein Biotop, „dort muss man nicht Badminton spielen“.

Auch die CSU sah keinen Handlungsbedarf. „Wir haben gerade einen Haufen anderer Baustellen, etwa in Martinsried oder am S-Bahnhof. Meine Befürchtung ist, dass wir kein Geld und keine Zeit haben, jetzt das Wellenbad zu modernisieren“, sagte Fraktionssprecher Michael Book. Mit 6:3 Stimmen verwarf der Ausschuss die FW-Vorschläge. Im Anschluss war der FDP-Antrag an der Reihe. Dieser sah vor, den betonierten Kanal zu entfernen und stattdessen einen seicht abfallenden Uferbereich mit reduzierter Flussgeschwindigkeit zu schaffen. Die Würm solle dadurch „sichtbarer und erlebbarer“ werden, sagte FDP-Gemeinderat Hans-Christian Haugg. „Wir nutzen das Potential des Bades nicht aus.“

Auch in diesem Fall war die SPD nicht bereit, den Antrag zu unterstützen. „Wenn Sie aus dem Kanal ein Pissbecken für Kinder machen, wird man nicht mehr darin schwimmen wollen“, sagte Bela Bach. Schulz warnte davor, durch längere Öffnungszeiten in die Nacht hinein „Zustände wie am Anger in Gräfelfing“ zu provozieren. „Man kann auch alles zerreden“, entgegnete Gum-Bauer. Haugg versuchte die kritischen Kollegen mit dem Rezitieren von Bibel-Zitaten gewogen zu machen, was jedoch nichts brachte. Der Bauausschuss lehnte den FDP-Antrag mit 5:4 ab.

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