Ulrich Tausend, Mitinitiator der Aktion „Wellenbrecher“
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Der Gräfelfinger Ulrich Tausend ist Mitinitiator der Aktion „Wellenbrecher“.

Gräfelfinger initiiert Aktion

Wellenbrecher gegen Corona

  • Victoria Strachwitz
    vonVictoria Strachwitz
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Mit der Aktion „#Wellenbrecher“ will ein Gräfelfinger die Pandemie ausbremsen. Dabei gerät er ins Visier von Verschwörungstheoretikern, darunter Attila Hildmann.

Gräfelfing – Der Pandemie Parole bieten und die Corona-Welle brechen: Das will Ulrich Tausend. Helfen soll ihm die Corona-Warn-App. In drei Monaten wurde sie über 18 Millionen Mal heruntergeladen. Der 41-jährige Medienpädagoge und Lichtkünstler aus Gräfelfing ist überzeugt, da geht noch mehr. Mit seiner Initiative „#Wellenbrecher“ will er dem bereits bekannten AHA für Abstand, Hygiene und Alltagsmaske jetzt ein weiteres A hinzufügen – als Zeichen für die App. Sein Ziel ist es, dass es allseits zum guten Ton gehört, die App zu nutzen.

Prominente Mitstreiter

Den ehemaligen Bundesinnenminister Thomas de Maiziere, Toni Hofreiter von den Grünen und die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken hat Ulrich Tausend dabei genauso an seiner Seite wie die YouTuberin Honeyball, den Menschenrechtsaktivisten Raul Krauthausen und den Komiker Tommy Krappweis. Sie alle wollen aus AHA möglichst schnell AHAA machen. Unter dem Hashtag „Wellenbrecher“ haben sie ein Video veröffentlicht, das im Internet aktuell jede Menge Klicks bekommt. Seit Mitte  September ist es auf Youtube zu sehen, wurde sogleich Trendthema auf Twitter und innerhalb eines Tages mehr als 7000-mal aufgerufen. Inzwischen haben es über 32 000 Menschen gesehen. Über 2100 Leuten hat es gefallen.

Auch 3800 Dislikes

Das Video erntete aber auch 3800 Dislikes und dazu noch aggressive Kommentare. Dies hat die Initiative wohl Attila Hildmann zu verdanken. Der vegane Koch macht in jüngster Zeit als Corona-Verschwörungstheoretiker Schlagzeilen und soll seine Fans über den Nachrichtendienst Telegram auf das Video aufmerksam gemacht haben. Tausend meint: „Da kann man sich bei Attila Hildmann nur bedanken, dass er das Video angeschoben hat.“ Er habe die Sichtbarkeit deutlich erhöht. „Das Wichtigste ist, dass die Sache diskutiert wird, nicht so sehr die Likes.“

Kontaktaufnahme mit Youtube scheitert

Grundsätzlich findet Tausend eine solche Negativ-Aktion fragwürdig. „Wenn man da zwischen die Räder gerät, kann das ganz schön schwierig sein.“ Der Medienpädagoge wollte sich daher an Youtube wenden. Er wollte wissen, ob wirklich alle „Dislikes“ auf Hildmanns Konto gehen. Es könnten schließlich auch so genannte Bots, also Computerprogramme, für die Hasskommentare verantwortlich sein. Außerdem wollte Tausend wissen, was man gegen eine solche Aktion unternehmen kann. Doch sein Versuch, mit Youtube in Kontakt zu treten, scheiterte. „Leider mauert sich Youtube ein.“ Vom Mutterkonzern Google hatte er einen ähnlichen Eindruck. Dem Internetgiganten könne man nur ein Fax senden, stellte Tausend fest. Dies tat er und wartet seither auf eine Antwort. Weil ihn die Geduld verließ, stattete er Google in München auch persönlich einen Besuch ab, bekam aber ebenfalls keine Auskunft, an wen er sich mit seinen Fragen wenden könnte.

Als Medienpädagoge lässt ihn das Thema nun nicht mehr los. „Da ist mein Interesse geweckt“, sagt er. „Was ist, wenn jemand fertiggemacht wird und keine Möglichkeit hat, da rauszukommen?“ Ulrich Tausend hat also inzwischen zwei Aufträge. Bei beiden geht es darum, Verantwortung zu übernehmen. Seiner Initiative #Wellenbrecher kann sich jeder anschließen. Das Video ist im Internet bei YouTube zu finden. Wer aus AHA, AHAA machen will: Die App ist ebenfalls online zu haben.

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