„Werden den Bahnhof nicht verramschen“

Planegg - Planegg wird bei der Neugestaltung des Bahnhofareals auf die Fortentwicklung des Ideenwettbewerbs verzichten. Stattdessen will man sofort Gespräche mit Investoren führen.

Am 6. Mai 2011 endete der Ideenwettbewerb zur Neugestaltung des Planegger Bahnhofareals mit der Sitzung des Preisgerichts. Dieses Gremium, bestehend aus Planegger Gemeinderäten und Fachleuten, kürte aus 32 Entwürfen drei Sieger. Entsprechend des vom Gemeinderat beschlossenen Auslobungstextes waren Aussagen gefordert zur baulichen Nutzung, Erschließung und Parken, Bushalteplätzen, Freiflächennutzung und dem Hotelbau des Heide-Volm.

Doch von den drei Siegerentwürfen wird keiner realisiert werden. Dies hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag beschlossen. Stattdessen soll die Entwurfsplanung in Zusammenarbeit mit einem Investor erfolgen. Als Grund nannte Bürgermeisterin Annemarie Detsch Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Ideen. Dies sei in Gesprächen mit Investoren klar geworden. Stattdessen wolle das Rathaus mit Interessenten gemeinsam das Areal entwickeln. Diese Abkehr von der bisherigen Beschlusslage sorgte vor allem bei der Gruppe 21 für Kritik. „Wir haben sehr viel Geld für den Ideenwettbewerb ausgegeben, und jetzt wollen Sie das alles in die Tonne treten“, fragte eine erboste Anneliese Bradel. „Wir wollten einen städtebaulich ansprechenden Bahnhofsplatz, nicht einen, der nach der Vorstellung eines Investors gestaltet wird. Denn dieser wird immer nur nach maximalem Gewinn streben.“

Detsch sprach von einem „Lernprozess“ innerhalb der Verwaltung, der zur Erkenntnis geführt habe, dass aufgrund des schwierigen Umfelds eine Realisierungsplanung durch einen Architekten nicht mehr sinnvoll sei, mithin teuer und langwierig. Sie wies den Vorwurf zurück, der Bahnhof werde nach Gusto eines Investors gestaltet. „Wir haben durch den Wettbewerb Ideen gesammelt, auf deren Grundlage mit Investoren verhandelt wird.“ Dem Gemeinderat obliege am Ende die Entscheidung, was gebaut werde. „Sie können sicher sein, dass wir den Bahnhof nicht verramschen werden.“ Herbert Stepp (Gruppe 21) äußerte die Befürchtung, dass ein Investor die Vorstellungen der Gemeinde wegen vermeintlicher Undurchführbarkeit „abkanzeln“ könne. Dem widersprach Max Gum-Bauer (FWD), der die Zusammenarbeit mit einem Investor ebenso begrüßte wie Gerhard Schleburg (CSU).

Gegen die Stimme Bradels einigte sich der der Gemeinderat darauf, seinen alten Beschluss aufzuheben. Jetzt soll ein Fach-Büro engagiert werden, das die Gemeinde bei den Verhandlungen mit Investoren berät.

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