Die Auswirkungen der Umgehungsstraße als kleine Lösung (rechts), verglichen mit dem 0-Fall (kein Eingriff) bis 2025: Rot sind die Routen mit Verkehrzunahme markiert, grün jene mit Verkehrsabnahme. Die angegebenen Verkehrszahlen drücken die Zu- oder Abnahme an Autos pro Tag aus. grafik: ingevost

Der Widerstand gegen eine Umgehungsstraße wächst

Gräfelfing - Knapp drei Monate vor einem Bürgerentscheid in Sachen Umgehungsstraße wächst der Widerstand im Gräfelfinger Gemeinderat - und dies offenbar unabhängig von der Variante.

Gerade mal mit 5:4 Stimmen empfahl der überörtliche Ausschuss dem Gemeinderat jetzt, welche kleine Lösung in einem Bürgerentscheid am 21. April zur Wahl stehen soll. Dass die SPD sämtliche Varianten einer Umgehungsstraße ablehnt, hatte sie bereits vor Wochen kundgetan, und Manfred Dirndorfer bekräftigte diese Haltung am Donnerstag. Unter anderem begründete er sie damit, die Umgehungsstraße bringe „keine Beruhigung im Ortsgebiet“. Dass dies ausweislich der nur Minuten vorher präsentierten Modellrechnungen der Verkehrsplaner nicht stimmt, schien die SPD nicht zu stören.

Zumindest die große Lösung lehnt auch Benno Stübner (IGG) vehement ab - mit dem gewagten Argument: „Wollen wir so komplizierte Sachen vom Bürger entscheiden lassen?“ Es reiche vollkommen, im Bürgerentscheid die kleine Lösung oder nichts anzubieten.

Bürgermeister Christoph Göbel wies Stübner darauf hin, dass der Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, die große Lösung mit Verlängerung bis Pasing sowie eine kleine Variante im Bürgerentscheid zur Wahl zu stellen. Wer an dieser Beschlusslage etwas ändern wolle, müsse es beantragen. Stübner ließ durchblicken, sich dies bis zur Gemeinderatssitzung noch zu überlegen, und betonte sein Recht, seine Meinung auch mal zu ändern.

Zuvor hatte Verkehrsplaner Christian Fahnberg (Ingevost) die Prognosezahlen von Prof. Harald Kurzak in verständlicher Aufbereitung erläutert. Demnach würde die kleine Variante der Umgehungsstraße, die nun zur Auswahl stehen soll, praktisch alle innerörtlichen Straßen entlasten, mit Ausnahme der Planegger Straße (plus 8 Prozent) und der Würmtalstraße. Für letztere bekräftigte ein Fachplaner des Büros Möhler&Partner, dass die vorgesehenen Lärmschutzmaßnahmen den Mehrverkehr überkompensieren würden, also sogar zu einer Lärmreduzierung führen würden.

Dafür, diese kleine Variante (Verlegung der Autobahnanschlussstelle, keine Nordverlängerung nach Pasing) neben der großen ins Rennen zu schicken, stimmten CSU und BVGL; dagegen votierten SPD, IGG, AIG und Grüne.

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