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Einen bunten Strauß an Silvester-Krachern ha t im Würmtal beispielsweise Gerlinde Stucken in ihrem Neurieder Schreibwarengeschäft im Angebot. Dabei handelt es sich ausschließlich um zertifizierte Produkte. 

Warnhinweise der Polizei zu Silvester-Böllern

Wie man es richtig krachen lässt

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Würmtal -  Rund 123 Millionen Euro werden die Deutschen heuer für Feuerwerk ausgeben, schätzt die pyrotechnische Industrie. Wo im Würmtal geböllert werden kann:

„Die Nachfrage wird bei uns jedes Jahr weniger, sodass wir schon gar nicht mehr so viel bestellen“, sagt Gerlinde Stucken vom gleichnamigen Neurieder Schreibwarengeschäft. Viele Würmtaler kaufen ihr Silvester-Feuerwerk lieber in Supermärkten und Discountern. „Gut laufen noch die Leuchtbatterien, außerdem Glücksbringer und Artikel wie Bleigießen“, erzählt Gerlinde Stucken.

Nicht an allen Orten im Würmtal dürfen die Silvesterknaller gezündet werden. Die 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz sehe vor, „dass in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie in geschlossenen Räumen keine Feuerwerkskörper gezündet werden dürfen“, sagt der stellvertretende Leiter der Planegger Polizei-Inspektion Erich Greiner. Mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro können Vergehen gegen die Verordnung bestraft werden. Greiner kann sich aber kaum vorstellen, „dass wir aus eigener Initiative deshalb jemanden anzeigen“. Denn der Begriff „unmittelbare Nähe“ sei zu unscharf und rechtlich nicht eindeutig geklärt. Greiner: „Wenn jemand auf der Planegger Bahnhofstraße Raketen zündet – ist das in unmittelbarer Nähe zur Kirche St. Elisabeth oder nicht?“ Die Beamten würden daher wohl nur dann aktiv, wenn wirklich unmittelbar an einem der betreffenden Gebäude, „etwa direkt vor dem Kirchenportal“, geschossen werden würde.

Während das Zünden in Waldgebieten wie dem Lochhamer Schlag nach der Verordnung somit schon erlaubt ist, dürfen Minderjährige keine Knaller benutzen. „Es kommt immer mal wieder vor, dass wir Kindern Knaller abnehmen und die Eltern diese dann in der Inspektion abholen sollen“, erzählt Greiner. „Von den Eltern kommt dann aber nie jemand, wahrscheinlich weil die Kinder es ihnen nicht erzählen.“ Vor einigen Jahren beschossen sich mehrere Würmtaler gegenseitig mit Feuerwerkskörpern, erinnert sich Greiner. „Doch in so einem Fall vorsätzliche Körperverletzung nachzuweisen, ist sehr schwierig.“

Generell sollten nur Feuerwerkskörper mit der sogenannten BAM-Nummer (Bundesanstalt für Materialprüfung) oder einer CE-Kennzeichnung und aus regulären Geschäften, nicht aus dem Internet oder von fliegenden Händlern, verwendet werden, rät die Polizei. Billigware aus dem Ausland sorgt alljährlich für schwere Unfälle. Blindgänger sollten nicht erneut gezündet, zu Personen und Gebäuden immer ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten werden.

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