Festredner Johano Strasser mahnte, die „Jugend ernst zu nehmen“. foto: sauer

SPD will Jugend zurückgewinnen

Planegg - Die Planegger SPD will sich verstärkt darum bemühen, die Jugend zurückgewinnen. Dieses Ziel gab der Ortsverein beim Jahresempfang im Martinsrieder Bonhoeffer-Haus für 2010 aus.

Die Planegger Genossen bemerken seit Jahren ein Schwinden der Jugend in den eigenen Reihen. „Wir haben einige Alibi-Jugendliche, die wir auch heute hergezwungen haben“, meinte der Ortsvorsitzende Bernd Gropper in seiner Begrüßungsansprache am Freitagabend scherzhaft, doch der ernste Unterton war nicht zu überhören. Gropper, der vermutet, dass es vor allem „die andersartigen Kommunikationsformen sind, die die Jugend heute fernhalten“, durfte zur Problematik einen „ganz besonderen Redner“ begrüßen: Der Schriftsteller und PEN-Präsident Johano Strasser versuchte in einem klugen, bedachten Vortrag Erklärungsansätze zu liefern.

Der gebürtige Niederländer Strasser stammt selbst aus einer politisch aktiven Familie, studierte Politologie und engagierte sich bereits früh. Seit 1975 ist er Mitglied der Grundwertekommission der SPD.

Gleich zu Beginn seiner Rede schaffte Strasser ein Missverständnis aus der Welt: Die Jugend sei nicht so politikverdrossen, wie viele denken. Dies bestätigten Untersuchungen. „Ein kleiner Teil ist sehr wohl politisch aktiv.“ Das hätten auch die jüngsten Proteste an den deutschen Universitäten gezeigt. „Das Interesse an Politik ist nachweislich nicht geringer als 1968“, so Strasser.

Eine der Ursachen für die Politikferne der Jungen sieht der Schriftsteller im Verhalten der Älteren begründet, deren „Selbstgefälligkeit und Zynismus“ bei der Jugend für fehlenden Vorbildern sorgten. Aber auch der enge Arbeitsmarkt lasse der Jugend heute kaum mehr Raum für Engagement. Der heute 70-jährige, der selbst als „Kind der ’68er“ groß wurde, mahnte die Parteigenossen eindringlich, „die Jugend ernst zu nehmen und wieder Neugier auszustrahlen“.

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