Kistenweise Pfandflaschen sammelten die SMV-Vertreter (v.li.) Vincent von Geldern, Theresa Höllerer und Helena Reetz aus der Q11 bei ihren Mitschülern ein. Der Erlös kommt dem Würmtaltisch zugute. Foto: JS

SMV will Schülern die Augen öffnen

Gräfelfing - Das Würmtal, eine Insel der Glückseligen? So ist es nicht - das sollen auch Kinder begreifen. Die SMV des Kurt-Huber-Gymnasiums Gräfelfing wird aktiv.

Ein Leben im Luxus ist für viele Schüler im Würmtal selbstverständlich. Dass es für andere Kinder und Jugendliche nicht so gut läuft, scheinen einige Schüler des Gräfelfinger Kurt-Huber-Gymnasiums (KHG) nicht wahrzunehmen. Jetzt ist der Schülermitverwaltung (SMV) der Kragen geplatzt: Sie hat ein soziales Jahr ausgerufen. Der Würmtaltisch profitiert von den dabei gesammelten Spenden. Aber darum geht es der SMV nicht in erster Linie. „Wir wollen den Leuten die Augen öffnen“, sagt Theresa Höllerer von der SMV.

Ausschlaggebend war für sie das Erlebnis mit einem Fünftklässler. „Der hat sein iPhone in ein Wasserglas getunkt und gesagt: ‚Nächste Woche kommt eh das neue’.“ Kein Einzelfall. „Dem Bonzentum versuchen wir entgegenzuwirken“, sagt Höllerer.

So hat die 16-Jährige mit den anderen Schülersprechern des KHG, Helena Reetz und Vincent von Geldern, mehrere Aktionen initiiert. Sie haben gegen Spenden Nikoläuse und Valentinsgrüße verkauft, mit Hilfe von Schülern 60 Weihnachtspakete mit der Aktion „Weihnachtstrucker“ nach Osteuropa geschickt. Außerdem konnten sich die Schüler einen Tag lang gegen eine Spende von einem Euro von Hausaufgaben und Ausfragen freikaufen. „Da haben wir an einem Tag 220 Euro für den Würmtaltisch eingenommen“, berichtet die Elftklässlerin stolz. Die meisten Lehrer hätten sich daran beteiligt. „Das wollen wir bald wieder machen.“

Ein andermal haben die Schülersprecher einen markenfreien Tag ausgerufen, die Schüler durften keine Markenkleidung tragen. „Man musste nicht mit dem von der Oma gestrickten Pulli kommen. Aber so hat jeder mal in den Schrank geschaut und gesehen, was er so alles hat“, so Höllerer. Auch diese Aktion soll bald wiederholt werden.

Zuletzt konnten die Schüler Pfandflaschen spenden. Davon profitiert wieder der Würmtaltisch. Sieben Kisten voll mit Pfandflaschen seien zusammengekommen. Das soll es noch einmal geben. Aber Höllerer ist sich bewusst: „Wir können nicht jede Woche eine Aktion machen. Wir wollen die Schüler ja nicht nerven.“ Und schließlich dürfe auch die Schule nicht zu kurz kommen. Einen kleinen Erfolg kann Höllerer bereits verbuchen. Als sie den Eltern der künftigen Fünftklässler von der Aktion berichtete, „da haben die schon geklatscht, bevor ich fertig erzählt hatte“. Anschließend drückten sie ihr Pfandflaschen in die Hand. So wird Höllerers Wunsch, das soziale Jahr zu einer Dauereinrichtung zu machen, vielleicht in Erfüllung gehen. Bei den Projekttagen am Ende des Schuljahres, will die SMV die Schüler darüber abstimmen lassen, welche Einrichtung im Würmtal im kommenden Schuljahr die Spenden bekommt.

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