Preisverleihung im Lazienki-Palast: Andrzej Olechowski, ehemaliger polnischer Finanz- und Außenminister, Wiltrud Wessel und Roman Zelazny (r.) Foto: fkn

Wiltrud Wessel: Schutzgeist vieler Polen

Krailling - Der Preis „Edle Tat“ ist eine der höchsten Auszeichnungen, die Polen zu vergeben hat. Jetzt hat ihn mit Wiltrud Wessel eine Kraillingerin bekommen.

Seit mehr als drei Jahrzehnten setzt sich Wiltrud Wessel aus Krailling für die Völkerverständigung und Aussöhnung zwischen Deutschland und Polen ein. „Sie erscheint als Schutzgeist vieler Polen in Notfällen“, sagt Roman Zelazny, Vorstandvorsitzender der Stiftung „Zacny Uczynek“. Er hielt im Lazienki-Palast in Warschau die Laudatio auf Wiltrud Wessel (80), der die Stiftung in diesem Jahr den Preis „Edle Tat“ zuerkannt hat. Der Jury gehörten unter anderem Jerzy Buzek, polnischer Premierminister von 1997 bis 2001, und Lech Walesa, Friedensnobelpreisträger und polnischer Präsident von 1990 bis 1995, an.

Mit ihrem Verein „Hilfe für Polen“, heute „Brücke Bayern Polen“, hat Wiltrud Wessel mehr als 200 Hilfsgütertransporte in das Nachbarland organisiert - für Kinderheime, Waisenhäuser, Kliniken und soziale Einrichtungen. Über Jahre vermittelte sie zudem jungen Polinnen eine Aupair-Stelle sowie Ärzten eine Hospitanz in Kliniken in und um München. Auch Schulpartnerschaften zwischen beiden Ländern initiierte die Kraillingerin. So unter anderem zwischen dem privaten Derksen-Gymnasium in München- Großhadern und einer Schule in Krastynaw, einem Ort bei Lublin, der Wessel 1995 die Ehrenbürgerschaft verliehen hat. Als Polen 2010 von einer Hochwasserkatastrophe betroffen war und Flüsse über die Ufer traten, sammelte Wiltrud Wessel sofort Kleidung, Möbel und Bedarfsgüter und unterstütze damit Flutopfer in Sandomierz an der Weichsel.

Es sei angesichts von Wessels Verdiensten erstaunlich, dass man sie in Polen bis dato nicht mit dieser Auszeichnung gewürdigt habe, so Zelazny in seiner Laudatio. Die Kraillingerin habe sich „unermüdlich und unglaublich“ für die deutsch-polnische Völkerverständigung eingesetzt. Wessel dankte in ihrer Rede allen Mitstreitern. „Vieles hätte ich nicht durchführen können, wenn ich nicht in Polen so fantastische Freunde gefunden hätte, die mich immer wieder motivierten, und in Krailling so tolle Mithelfer - wie auch die Gemeinde.“ de

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