Winter hat Vögel kalt erwischt

Würmtal - Viele Stare sind wegen des milden Herbstes nicht fortgezogen – Ein Würmtaler Vogelschützer gibt Tipps zur Fütterung.

Der Wintereinbruch hat manche Vögel kalt erwischt. So meldeten Merkur-Leser unserer Redaktion, dass die gefiederten Tiere im Schnee aussichtslos nach Futter pickten. Vor allem ganze Scharen von Staren sind gesichtet worden. Diese Zugvögel überwintern eigentlich im Südwesten Europas. Ohne die Hilfe durch den Menschen können sie derzeit nur schwer überleben.

Dass Stare im Dezember in unserer Region gesichtet werden, sei keine Sensation, dennoch eine recht neue Entwicklung, erklärt der Kreisvorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz (LBV). Horst Guckelsberger: „In den vergangenen Jahren waren diese Vögel jedoch Frühzurückkehrer, während es sich jetzt um Dableiber handelt.“ Wegen des milden Klimas im November und Dezember sowie des Süd-Windes, der den Vögeln die Reise erschwerte, seinen viele Stare im Land geblieben. Mit dem starken Schneefall und den eisigen Temperaturen haben sie nicht gerechnet. Nun fehlt den daheimgebliebenen Vögeln die Nahrung und Energie, um sich gegen die Kälte schützen zu können. „Der Star ist auf uns angewiesen, wir können ihm bei der Futtersuche helfen“, sagt Guckelsberger.

Der Star ist ein Weichfutterfresser. Wie die Amsel und das Rotkehlchen frisst er also gerne fetthaltige Getreideflocken, Äpfel oder Rosinen. Ein Meisenring würde ihm wenig helfen, da er bevorzugt vom Boden frisst. „Wichtig ist, dass die Futterhäuser oder -stellen überdacht sind, dass das Futter nicht zu schimmeln beginnt“, sagt Guckelsberger. Geeignete Standorte für Futterhäuser seien deshalb überdachte Terrassen und Fensterbretter. Damit keine Krankheiten übertragen werden können, sollte der Vogelnicht ganz in das Häuschen gelangen, da er die Nahrung sonst ankoten könnte. Die richtige Standortwahl der Futterstellen zahlt sich laut Guckelsberger auch für den Menschen aus, da die Vögel durch das Fenster genau beobachtet werden können.

Wer den heimischen Vögeln über den Winter helfen will, sollte schon im Herbst mit den Vorbereitungen beginnen und seinen Garten möglichst naturgetreu halten. Unter Hecken verteiltes Laub und alte Bäume böten Larven und Spinnen Unterschlupf – gute Nahrungsquellen für die Vögel. Spinnennetze sollten erst im Frühjahr entfernt werden, die darin gefangenen Insekten seien ebenfalls eine Futterquelle.

Neben Weichfutterfressern gibt es auch Körnerfresser unter den Vögeln: Grünfink, Dompfaff und Zeisig zum Beispiel. Sie lieben Erdnussbruch, Sonnenblumenkerne und energiereiche, ölhaltige Sämereien (Hanf, Mohn). Fettfutter eignet sich für Spechte und Kleiber. Meisen, Spatzen und Feldsperlinge fressen fast alles. Brot oder Essensreste dürfen nie verfüttert werden, da das darin enthaltene Salz und die Gewürze für die meisten Vögel unverträglich und schädlich sind, warnt Guckelsberger.

sbe

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