Bahnhofstraße Planegg Schnellteststation
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Susanne Trenkle (3.v.l.) hat die Schnellteststation initiiert.

Schnellteststation in der Planegger Bahnhofstraße

„Wir müssen die Strukturen jetzt aufbauen“

  • Peter Seybold
    vonPeter Seybold
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Gut angenommen: 50 Bürger haben am Dienstag den ersten Würmtaler Termin der Aktion „Mein Corona Schnelltest“ genutzt. Bei Gemeinden, Firmen und Geschäften sind die Tests-Regelungen noch unterschiedlich.

Würmtal – Die Schnelltests in der Planegger Bahnhofstraße wurden rege in Anspruch genommen. „Die Leute waren alle sehr glücklich über die Möglichkeit“, sagt Gemeinderätin und Initiatorin Susanne Trenkle. Ein sechsköpfiges Team wertete die Tests umgehend aus. Der nächste Termin ist am Karsamstag von 10 bis 13 Uhr. Wenn die für die Teststation genutzten ehemaligen Räume der Münchner Bank in der Bahnhofstraße 28 weiter zur Verfügung stehen, möchten die Organisatoren die kostenlosen Bürgertests künftig mehrmals die Woche anbieten. „Wir müssen die Strukturen jetzt aufbauen, auch weil es nicht so viele Leute gibt, die die Tests durchführen dürfen. Wenn wir warten, fürchte ich, dass wir bald nicht mehr in der dritten Welle, sondern in einem Tsunami sind“, sagt Trenkle. Für Samstag rechnet sie aufgrund der Ostertage mit bis zu 300 Bürgern, die sich testen lassen wollen.

In Würmtaler Geschäften, Gemeinden und Unternehmen sind die Regelungen unterschiedlich: Susanne Trenkle selbst bietet in ihrem Phantasia-Laden ihren Mitarbeitern regelmäßig Testmöglichkeiten an, Häufigkeit je nach aktueller Lage.

Gemeinde Krailling bereitet Angebot vor

Die Gemeinde Krailling „ist gerade dabei“, ein entsprechendes Angebot für ihre Mitarbeiter einzuführen, sagt Rathaus-Geschäftsführer Franz Wolfrum. „Wir haben Tests in ausreichender Menge da. Wahrscheinlich können wir in der Woche nach den Osterferien anfangen, Schnelltests zunächst für die Mitarbeiter des Bauhofs anzubieten.“ Diese sind viel unterwegs in der Gemeinde und haben daher Vorrang vor den Rathaus-Mitarbeitern, die in Einzelbüros arbeiten. Die Gemeinde Gräfelfing verweist auf das Testzentrum an der Großhaderner Straße 2, wo sich alle ortsansässigen Bürger jeden Montag, Mittwoch und Freitag testen lassen können. Ein spezielles Angebot für ihre Mitarbeiter darüber hinaus gebe es bisher nicht.

Die Friseursalons von Ariela und Wolf-Dieter Grote in Gräfelfing und Planegg machen ihren Mitarbeitern seit Anfang März zweimal die Woche ein Antigen-Testangebot. „Es war schwierig, genügend Tests zu bekommen. Jetzt reicht unser Vorrat aber zwei Monate lang“, sagt Wolf-Dieter Grote. Die Kosten von bisher mehr als 2000 Euro für beide Salons tragen Grotes. Die Beteiligung der Mitarbeiter sei bislang sehr gut.

100 Test durchschnittlich wöchentlich bei Webasto

Mitarbeiter des Automobilzulieferers Webasto mit Verwaltungszentrale in Stockdorf waren die Ersten, die Anfang 2020 in Deutschland positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Das Unternehmen engagiert sich intensiv bei der Covid-19-Bekämpfung: „An allen europäischen Standorten bieten wir unseren Mitarbeitern regelmäßige Antigen-Schnelltests an. Je nach Standort wird die Testung dringend empfohlen oder ist verpflichtend“, erklärt Sprecherin Antje Zientek. Ob es eine Empfehlung oder Verpflichtung ist, richte sich stets danach, ob Homeoffice möglich ist, den länderspezifischen Vorgaben und dem jeweiligen Infektionsgeschehen. In dem Verwaltungs- und Entwicklungsstandort in Stockdorf arbeiten die meisten Mitarbeiter seit Monaten fast ausschließlich von zu Hause. An einem durchschnittlichen Tag sind nur rund zehn Prozent vor Ort. Diese müssen sich in eine Liste eintragen, bekommen eine FFP2-Maske und sollen sich auch dann mit Kollegen nur virtuell austauschen, wenn diese ebenso gerade vor Ort sind. Zusätzlich bietet Webasto in Stockdorf zweimal pro Woche Antigen-Schnelltests an. „Die Abstriche nehmen durch unseren Betriebsarzt eingewiesene Ersthelfer in Räumlichkeiten mit separatem Ein- und Ausgang vor“, so Zientek. Da die meisten fast ausschließlich von zu Hause arbeiten, sei die Nachfrage recht gering. „Von mehr als 1200 Mitarbeitern lassen sich derzeit durchschnittlich rund 100 wöchentlich testen.“

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