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Im Rahmen der Versammlung wurde der Vorstand der Musikschule Neuried neu gewählt. Vorsitzender bleibt Ronald Hirschfeld (vorne Mitte). Unser Foto zeigt ihn mit den stellvertretenden Vorsitzenden Herbert Germaier und Robert Esslinger (vorne v.l.), den Beisitzern Harald Laubenstein und Andreas Porsch, Schatzmeister Wolfgang Socher sowie den Schulleitern Helga Seeger und Christoph Peters (hinten v.l.).

Musikschule will angesichts der drohenden Raumnot Beirat gründen

„Wir stehen doch sehr unter Druck“

Die Musikschule Neuried schaut in eine düstere Zukunft. Der geplante Abriss der alten Schule 2019 bedeutet gleichzeitig den Verlust ihrer Räumlichkeiten. Der Verein der Musikschule möchte jetzt mit einem neuen Beirat und einem Förderverein verstärkt Lobbyarbeit betreiben und Gelder sammeln.

Neuried – Die Musikschule Neuried besteht als öffentliche Bildungseinrichtung seit 1971 und wird laut dem Vereinsvorsitzenden Ronald Hirschfeld 2019 „die wohl schwierigste Zeit ihres Bestehens“ erleben. Hirschfeld erläuterte auf der Jahreshauptversammlung am Dienstag die zu erwartende prekäre Lage. Der Abbruch des alten Schulgebäudes, in dem die Musikschule die meisten Räume, unter anderem auch das Büro und das Lehrerzimmer, besitzt, sei eine katastrophale Nachricht gewesen. Denn die Gemeinde plane zwar an gleicher Stelle einen Neubau, jedoch sei die Musikschule in diesem explizit nicht vorgesehen. Damit steht der beliebten Musikschule mit an die 900 Schülern nur ein kleines Zeitfenster offen, adäquaten Ersatz zu finden.

Als Interimslösung, berichtete Schulleiter Christoph Peters, soll es eine noch engere räumliche Kooperation mit der Grundschule geben. Eine Lösung, die jedoch Risiken, wie Reduzierung von Unterrichtsstunden und Verlegung von Stunden in den Abend, berge. Das schlimmste Szenario wäre aber, wenn dadurch Lehrer abspringen würden.

Das, was die Verantwortlichen jedoch richtig umtreibt, ist die bange Frage: Was kommt danach? Leider, so Ronald Hirschfeld, habe die Gemeinde bis jetzt keine Alternative entwickelt oder konkrete Aussagen gemacht. Darüber beschwerte sich auch ein anwesendes Mitglied des Vereins: „Das Lippenbekenntnis der Gemeinde, dass die Schule erhalten bleibt, ist einfach zu wenig.“ Eine Mutter zweier Musikschüler fand es geradezu „beschämend“, wie sich die Gemeinde mit den Musikschülern, die bei „Jugend musiziert“ teilnehmen, öffentlich schmücke, ansonsten aber nichts tue.

Damit die gute Zusammenarbeit mit der Grundschule, die gute Reputation der Einrichtung, aber vor allem die Raumnot mehr Öffentlichkeit bekommt, möchte der Vereinsvorstand zeitnah einen Beirat in Form einer Schülervertretung ernennen. „Damit dieser allerdings die finanzielle Situation verbessern kann, müsste daraus noch ein Förderverein gegründet werden“, erklärte Vorstandsmitglied Andreas Porsch das Prozedere. Denn nur ein Förderverein dürfe Spendengelder sammeln und diese dann zweckgebunden, sprich zur Beschaffung von Räumlichkeiten, an die Gemeinde weiterleiten. Zum einen, so Porsch, gebe es dann die Möglichkeit, mit Hilfe von Spenden etwa den Umbau des Alten Rathauses zu finanzieren oder mit sehr viel Geld die Gemeinde dazu zu bringen, auf den geplanten Schulneubau einfach noch ein Stockwerk draufzusetzen.

20 Interessierte hatten sich am Abend gleich auf die Beiratsliste setzen lassen. Eine Entwicklung, die Schulleiter Peters sehr freute, wie er sagte. Ein unterstützender Beirat, der sich gezielt mit der Raumnot beschäftigen könnte, wäre insbesondere für die Schulleitung eine große Entlastung. „Wir stehen doch sehr unter Druck und würden viel lieber mal wieder ein neues Musical auf die Beine stellen, statt uns mit der Raumsituation zu beschäftigen“, sagte Helga Seeger, stellvertretende Schulleiterin. Einen kleinen Lichtblick konnte Hirschfeld dann doch noch vermelden. Eventuell bestehe die Chance, eine städtebauliche Förderung aus Bundesmitteln zu erhalten. Jüngst, so Peters, habe die Musikschule in Gilching damit Teile der Renovierung ihres Gebäudes gestemmt.

Carolin Högel

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