Autobahn 96 zwischen Germering und Krailling: Mit dem Bau einer dritten Fahrspur soll der morgendliche Stau Richtung München aufgelöst werden. foto: peter Weber

A96 wird sechsspurig ausgebaut

Würmtal - Der sechsspurige Ausbau der A96 von Oberpfaffenhofen bis zur Anschlussstelle Germering Süd/Krailling ist genehmigt. Baubeginn: 2017.

Die Baumaßnahme ist notwendig, um eine Verflüssigung des Verkehrsablaufs auf der A96 zu erreichen und die Autobahn wieder in einen leistungsfähigen Zustand zu versetzen. „In den vergangenen Jahren hat sich der Abschnitt in ein Nadelöhr verwandelt, da die Verkehrsbelastung überdurchschnittlich gestiegen ist“, sagt Gilbert Peiker, Leiter der Abteilung Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern. Als Gründe nennt er den Anschluss der A99 West an die A96 und das allgemein starke Wachstum in der Region. Vor allem morgens staut sich der Verkehr in Richtung München, wenn viele Autofahrer in die Stadt pendeln.

Mit dem Baubeginn rechnet Peiker voraussichtlich im Jahr 2017. „Zunächst müssen wir abwarten, ob es Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss gibt.“ Sollte alles glatt laufen, könnte die Autobahndirektion noch heuer mit der Bauvorbereitung beginnen und Ausschreibungen vornehmen. Noch hat der Bund keine Mittel für das Projekt bewilligt, der sechsspurige Ausbau ist aber bereits im Bundesverkehrswegeplan enthalten. Bei der Autobahndirektion rechnet man nicht mit finanziellen Schwierigkeiten. Auf die Kosten angesprochen, möchte sich Peiker nicht festlegen, da derzeit die Berechnungen laufen. Billig wird das Projekt aber sicher nicht. „Es wird sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln“, sagt Peiker.

Aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen sollen eine erhebliche Verbesserung der Lärmsituation für die Anwohner der A96 gewährleisten, versichert die Regierung von Oberbayern. Insbesondere für die im Nahbereich zur A96 lebenden Anwohner werde die Lärmbelastung durch die geplanten Schallschutzmaßnahmen erheblich abgemildert und verbessert, heißt es in einer Pressemitteilung der Behörde.

Das Vorhaben umfasst neben dem Anbau eines zusätzlichen dritten Fahrstreifens je Fahrtrichtung den Umbau der Anschlussstelle Gilching sowie die Erweiterung des Stellplatzangebots und die Errichtung von WC-Anlagen auf den beiden Parkplätzen „Kreuzlinger Forst Nord“ und „Kreuzlinger Forst Süd“. Ein weiteres Kernstück der Planung sind darüber hinaus Lärmschutzeinrichtungen in Form von lärmmindernden Fahrbahnbelägen, Lärmschutzwällen sowie -wänden und Wall-Wand-Kombinationen im Ausbaubereich sowie zwei zur Bebauung hin geschlossene Lärmschutzgalerien mit einer Länge von 520 Metern im Bereich Neugilching/Gilching und 965 Metern im Bereich Unterpfaffenhofen/Germering.

Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den Ausbau haben die Regierung von Oberbayern und die Autobahndirektion Südbayern Einwendungen von etwa 450 Privatpersonen und circa 40 Stellungnahmen von Behörden, sonstigen Trägern öf-fentlicher Belange, Leitungsträgern und anerkannten Vereinigungen geprüft und soweit wie möglich durch entsprechende Planänderungen oder Auflagen insbesondere zum Verkehrslärmschutz, zum Gewässer-, Natur- und Landschaftsschutz berücksichtigt. Die „nicht vermeidbaren Eingriffe“ in Natur und Landschaft würden durch drei Kompensationsmaßnahmen auf einer Fläche von insgesamt circa 3,2 Hektar ausgeglichen, teilt die Regierung mit.

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