Zu wenige Schüler nehmen die Mensa des Planegger Gymnasiums in Anspruch. a-foto: höfle

Nun wirft auch der dritte Caterer hin

Planegg - Zum dritten Mal innerhalb von vier Jahren hat ein Mensa-Caterer des Feodor-Lynen-Gymnasiums die Brocken hingeworfen.

„Ich habe große Verluste gemacht. Es rechnet sich einfach nicht“, sagt Klaus Wiesmeth, Geschäftsführer der Firma Albatros-Genuss-Catering. Im September vergangenen Jahres hatte er die Mensa des Feodor-Lynen-Gymnasiums übernommen - als Nachfolger der Caterer „Il Cielo“ und „Café Vorort“, die beide aus verschiedenen Gründen gescheitert waren.

Wiesmeth zog aus den Fehlern seiner Vorgänger offenbar die richtigen Schlüsse. Das Essen schmeckte den Schülern, die Portionen waren groß genug, wie eine Umfrage ergab. Doch aus den 150 Essen täglich, die der Zweckverband Wiesmeth bei Vertragsunterzeichnung im vorigen Jahr in Aussicht gestellt hatte, wurden Woche für Woche weniger. Am Ende gab es Tage, an denen nur noch 40 Schüler eine warme Mahlzeit bei Wiesmeth kauften. „Ich beschäftige vier Leute. Wenn dann statt 150 nur 80 Essen im Schnitt verkauft werden, rechnet sich das Ganze für mich nicht“, sagt Wiesmeth.

Der Albatros-Geschäftsführer bat den Zweckverband des Gymnasiums um Hilfe, der Elternbeirat wandte sich an die Gemeinde Planegg. Doch Subventionen für den Mensa-Betrieb wird es nicht geben. „Das ist ausgeschlossen“, sagte Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig jetzt auf Anfrage.

Wiesmeth kündigte daraufhin zum Schuljahresende - zum Leidwesen der Schulleitung. „Die Kinder waren überwiegend zufrieden“, sagt Direktorin Brigitte Schmid-Breining über die Arbeit von Wiesmeth und seinen Mitarbeitern. Weil aber viele Schüler in der Mittagspause lieber in die Bahnhofstraße oder zum neuen Lidl führen, sei der Mensa-Betrieb schwierig. „In der Mittagspause dürfen die Schüler das Gelände verlassen, das ist Order vom Ministerium“, berichtet Schmid-Breining. Zum Essen in der Mensa könne man niemanden zwingen. „Klar ist aber auch. Zieht hier morgen ein McDonalds in die Mensa ein, fährt niemand mehr in die Bahnhofstraße.“ Wenn Kinder von den Eltern morgens Geld mitbekommen, haben sie selbst die Wahl, wo sie essen - einen Döner in der Bahnhofstraße oder ein gesundes Gericht in der Mensa. Die Direktorin hofft deshalb, dass mit der Einführung eines Vorbestellsystems zumindest die Zahl der Unterstufen-Schüler steigen wird, die sich in der Mensa verköstigen.

Eine Ausschreibung zur Suche eines neuen Caterers wird es dieses Mal nicht geben, sagt Schaudig. Stattdessen werden Bewerber angefragt, die sich früher bereits einmal beworben hatten. Denkbar sei auch, Essen nicht frisch vor Ort kochen zu lassen, sondern von einer Großküche liefern zu lassen und in der Mensa nur zu erwärmen, sagt Schaudig. Das wäre kostengünstiger. Die Voll-Küche, die das Rathaus für teures Geld hatte einbauen lassen, wäre aber damit überflüssig.

Nach Ansicht von Klaus Wiesmeth wird auch ein neuer Caterer Schwierigkeiten bekommen, Gewinn zu erwirtschaften. „Ohne Obolus der Gemeinde wird es hier niemand schaffen.“

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