Faschingsauftakt

Würmesia noch ohne Prinzenpaar

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Zwei Tage vor Beginn der Faschingssaison steht die Würmesia ohne erwachsenes Prinzenpaar da. Eine Entscheidung soll bis morgen fallen.

Gräfelfing – Der Fasching 2016/17 wird in die Geschichte der Würmesia eingehen. 1949 in Gräfelfing gegründet, kehrt die Faschingsgesellschaft zu ihren Wurzeln zurück. Die Planegger Großgaststätte Heide-Volm, jahrelang Stammsitz der Würmesia, hatte das Präsidium bereits vor einigen Monaten darüber informiert, dass wegen des anstehenden Abrisses des großen Festsaals keine Faschingsveranstaltungen mehr stattfinden können. Da das Kupferhaus mehr Konzert- denn Ballsaal ist, machten sich die Narren auf die Suche nach einer neuen Heimat. Und wurden im Nachbarort fündig. Der Inthronisationsball der Würmesia findet traditionell am 5. Januar statt. Normalerweise ist das Bürgerhaus da geschlossen. Doch als Robert Schnappinger, Erster Vizepräsident der Würmesia, anfragte, bekam er innerhalb von zwei Stunden eine Zusage. „Wir sind mit offenen Armen empfangen worden.“ Der Kehraus samt Prinzenbeerdigung am Faschingsdienstag, 28. Februar, geht beim TSV Gräfelfing über die Bühne.

Ob dann ein volljähriger Prinz zur Verfügung steht, ist offen. Die Würmesia kann zwar am Freitag, 11. November, um 11.11 Uhr beim Fischbrunnen auf dem Münchner Marienplatz ein Kinderprinzenpaar proklamieren, erwachsene Kandidaten zieren sich allerdings. Die Kinder bekommen eigens schulfrei und sind auch um 16.16 Uhr mit von der Partie, wenn die Würmesia als sichtbares erstes Zeichen ihres Wechsels nach Gräfelfing auf dem Platz vor dem Bürgerhaus auftritt.

Dass Erwachsene sich nicht bis Aschermittwoch voll und ganz in den Narrendienst stellen wollen, gab es öfter. In der jüngsten Vergangenheit zeigt sich laut Schnappinger im Großraum München aber mehr Desinteresse denn je. „Das trifft auch die anderen Faschingsgesellschaften.“

Hermann Breitenberger, Ehrenpräsident der Würmesia, steht in regem Kontakt mit einem potenziellen Prinzenpaar, das spätestens am Donnerstag zu- oder absagen will. „Die Intention ist da“, sagt er und bewahrt die Ruhe. „Ich mache das Geschäft schon lange genug.“ 1990, als die Würmesia ihr 50-jähriges Bestehen feierte, habe man den Jubiläumsprinzen erst am 10. November abends gefunden. „Am 11.11. ist er vormittags in den Kaufhof gegangen, um sich noch schnell ein Trachtenhemd zu besorgen.“

Da die Begeisterung für Faschingsveranstaltungen bei Erwachsenen nachlässt, trifft es sich, dass das Bürgerhaus mit einer Bestuhlung für 150 bis 180 Personen nur etwa halb so viele Besucher fasst wie der Festsaal des Heide-Volm. Das Würmesia-Präsidium entschied sich außerdem dafür, heuer auf die Verleihung des Großen Morisken zu verzichten. Im Januar im Heide-Volm hatte Liedermacher Fredl Fesl die Auszeichnung erhalten. „Wir haben diesmal ein etwas anderes Konzept“, sagt Vizepräsident Schnappinger. Man biete mehr Kinderbälle an. Neben Gauting, Planegg – dort der Gasthof zur Eiche – und Gräfelfing kommen Großhadern, Krailling und voraussichtlich Pasing als Veranstaltungsorte hinzu. Schnappinger: „Die Kinder feiern noch gern. Da wissen wir, dass sich der Aufwand lohnt.

Nicole Kalenda

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