massenweise Verpackungsmüll gebündelt
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Die Würmtal-Gemeinden sagen Plastikmüll den Kampf an.

Start am Weltumwelttag 5. Juni

Würmtal-Aktion gegen Plastikmüll

Anlässlich des Weltumwelttages am 5. Juni startet im nördlichen Würmtal die Schilder-Aktion „Gemeinsam für Umwelt und Klima – Plastikmüll vermeiden“. Beteiligt sind das Landratsamt München, die Gemeinden Gräfelfing, Planegg und Neuried sowie die „Plastikpaten“.

Würmtal – Die Plastikpaten, die ehrenamtlich auch im Würmtal bestimmte Viertel, Straßenabschnitte oder Grünflächen von Plastik-Müll befreien, wollen mit der Aktion ein Bewusstsein für die zunehmende Vermüllung der Umwelt vor allem durch Kunststoffabfälle schaffen. Im Würmtal sind derzeit rund 35 Plastikpaten aktiv, wie deren Mit-Gründerin Dorit Zimmermann bei einer Präsentation im Gräfelfinger Umweltausschuss erläuterte.

„Das Thema Plastik ist deshalb so wichtig, weil Kunststoffe viele Jahrhunderte brauchen, um sich zu zersetzen. Und selbst dann gelangen die Überreste in Form von Mikroplastik in die Nahrungskette. Bereits heute kann Mikroplastik in den entlegensten Winkeln unseres Planeten nachgewiesen werden: von der Arktis bis in die Alpen. Während des Zersetzungsprozesses von Kunststoff entsteht CO2, das in die Atmosphäre abgegeben wird und maßgeblich zur Erderwärmung beiträgt“, heißt es in einer Pressemitteilung der Plastikpaten und der „29++ Klima.Energie.Initiative“ des Landkreises München.

Jeder könne etwas tun, um Plastik dauerhaft zu reduzieren: Politik, Kommunen und Bürger. „Die Plastikpaten machen es vor: ehrenamtlicher Einsatz für den Umweltschutz in Kooperation mit den Gemeinden und den übergeordneten Behörden. Das ist aktiver Umwelt- und Klimaschutz“, so die Pressemitteilung.

Fünf Schilder an ausgewählten Standorten

Konkret sollen in den teilnehmenden Gemeinden Mitarbeiter der Bauhöfe je fünf Schilder an ausgewählten Standorten vorwiegend an Laternenmasten montieren. Dort verbleiben sie über einen Zeitraum von drei Monaten und werden dann an weitere fünf Standorte umgehängt. Dieser Wechsel wiederholt sich innerhalb von zwölf Monaten viermal, sodass nach Ablauf eines Jahres die Schilder pro Gemeinde an 20 verschiedenen Plätzen zu sehen waren. Ausgewählt wurden in erster Linie Standorte mit Bezug zu Grün- oder Waldflächen. Nach einem Jahr wird entschieden, was mit den Schildern weiter geschehen soll. Eine Idee ist, alle 15 Schilder an andere Gemeinden im Landkreis München weiterzureichen, sofern Interesse besteht.

Die Gestaltung der Schilder aus stabilem Blech im Format 45 x 60 cm übernahmen die Plastikpaten in Absprache mit dem Landratsamt München und den teilnehmenden Gemeinden. Das Landratsamt München trägt die Herstellungskosten, die teilnehmenden Gemeinden übernehmen die Anbringung der Schilder.

„Welchen gesundheitlichen Schaden Mikroplastik langfristig in lebenden Organismen anrichten wird, ist bislang noch nicht geklärt. Erste Forschungen legen eine entzündungsfördernde und kanzerogene Wirkung nahe. So wurde Mikroplastik im Gehirn von Tieren und in menschlichem Krebsgewebe nachgewiesen“, heißt es in der Pressemitteilung. Die Corona-Pandemie mit all ihren Kunststoff-Einwegprodukten verschärfe das Problem zusätzlich.  

mm

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