Mittagessen im Caritas-Kinderhaus: In Krailling stehen ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung, 275 in Kindergärten, 116 in Krippen. Unser Foto zeigt Evelyn Fürgut, stellvertretende Leiterin, mit Moritz (4), Vincent (6) und Lina (5) aus der Zwergengruppe. Foto: dh

Im Würmtal fehlen noch Kita-Plätze

Würmtal - Eltern haben einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder - ab August auch für unter Dreijährige. In nicht allen Gemeinden des Würmtals stehen dafür bis dato ausreichend Plätze zur Verfügung.

„Ich bin da, ich bin da, das ist wahr, das ist wunderbar“, hört man Mädchen und Buben singen. Und ihre Eltern sind erleichtert, sie haben für ihre Sprösslinge einen Platz in einer Kindertagesstätte ergattert. In Großstädten ist das oft wie ein Sechser im Lotto. Auch im Würmtal werden zu Beginn des neuen Betreuungsjahres vermutlich nicht alle Kinder in Kitas unterkommen.

In Gräfelfing stehen ausreichend Kindergartenplätze zur Verfügung. Die Eltern der rund 140 Kinder, die sich um einen Platz beworben hatten, dürfen sich freuen. Einige allerdings nur bedingt: Nicht immer kann der Nachwuchs in den Wunschkindergarten gehen. Den erwünschten Betreuungszeiten habe man aber nachkommen können, sagt Sandra Gebhard von der Sozialverwaltung der Gemeinde. Bei den Krippenkindern geht sie davon aus, dass die Plätze ausreichen. Die Vergabe läuft allerdings noch.

In Gauting sieht die Lage ernster aus. „Wir haben 580 Kinder in Kindergärten untergebracht, 36 leider nicht“, sagt Rathaussprecher Reinhold Zellner. Dabei sei die Situation schon viel entspannter als im vergangenen Jahr. Zellner ist zuversichtlich, für Kinder, die leer ausgingen, noch Abhilfe zu schaffen. Einige Eltern nähmen Plätze nicht in Anspruch, wenn sie diese nicht in ihrem Wunschkindergarten bekämen. Sie lösten das Betreuungsproblem dann auf andere Weise, so dass Plätze frei würden. Bei den Krippenkindern fehlen in Gauting derzeit rund 30 Plätze, sie seien weit schwieriger unterzubringen, sagt Zellner.

In Neuried schaut es bessert aus. „Alle Kinder, die bis Ende September drei Jahre alt werden, bekommen einen Platz“, verspricht Bürgermeisterin Ilse Weiß. Für neun Krippenkinder bleibt es allerdings spannend. Bis auf eines könnten sie vermutlich in einem Großtagespflegeprojekt der Nachbargemeinde Planegg untergebracht werden. Es soll Ende des Jahres in Martinsried seine Pforten öffnen; der Verein Fortschritt, der im Würmtal die Kindertagesbetreuung „Wiki“ betreibt, hat dazu Räume in der Röntgenstraße 1 angemietet. Das Projekt, an dessen Finanzierung sich Neuried beteiligen will, ist am kommenden Dienstag, 4. Juni, Thema im Haupt-, Finanz- und Sozialausschusses (Sitzungsbeginn: 19 Uhr im Saal am Haderner Weg 5). Die Gemeinde erwägt darüber hinaus, Eltern, die keinen Krippenplatz erhalten und ihren Nachwuchs zu einer Tagesmutter geben, die dadurch entstehenden höheren Kosten zu ersetzen (wir berichteten).

Durch das Martinsrieder Großtagespflegeprojekt wäre auch Planegg ausreichend mit Krippenplätzen versorgt. Zudem plant die Gemeinde, das ehemalige Restaurant Vulcano in der Pasinger Straße zu einer Krippe mit 24 Plätzen umbauen zu lassen. Probleme gibt es in Planegg jedoch mit dem Kindergarten St. Martin, sagt Rathaussprecherin Bärbel Zeller. 88 Kinder seien heuer in Planegg neu für einen Kindergartenplatz angemeldet worden. „63 haben wir bislang unterbringen können.“ 25 hätten aber nur eine vorläufige Zusage erhalten, so Zeller, da für die Wiedereinführung einer dritten Gruppe im Kindergarten St. Martin noch keine Betreuer gefunden wurden. Zeller: „Wir versuchen, mit dem Träger eine Lösung zu finden.“ Dies ist die Kirchenstiftung St. Elisabeth. Woran es im Detail noch hakt, will Zeller nicht sagen - offenbar nicht nur am Personalmangel. Zeller zeigt sich dennoch optimistisch: „Es müsste schon mit dem Teufel zu gehen, wenn wir es nicht schaffen, die 25 Kinder unterzubringen.“

Vollkommen entspannt ist die Betreuungssituation einzig in Krailling. Alle Kinder sind in Kitas untergekommen, die Zusagen wurden bereits nach den Osterferien verschickt. Sogar Stockdorfer Kinder wurden im Evangelischen Kindergarten aufgenommen, berichtet Kraillings Hauptamtsleiter Franz Wolfrum. Insgesamt stehen in Kindergärten 275 und in Krippen 116 Betreuungsplätze zur Verfügung. Die Würmtalgemeinde übertrifft damit das Ausbauziel der Bundesregierung, 33 Prozent der Kleinkinder heuer einen Krippenplatz anzubieten, bei weitem. In Krailling sind es mehr als 80 Prozent.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Linienbus rammt Renault
Linienbus rammt Renault
Mehr als 30 Gruppen bilden Gaudiwurm
Mehr als 30 Gruppen bilden Gaudiwurm
U-Bahn: Gegraben wird ab Frühjahr 2022
U-Bahn: Gegraben wird ab Frühjahr 2022

Kommentare