Würmtal-Gemeinden erwarten hohe Sanierungskosten

Würmtal - Der Winter hinterlässt bereits jetzt Spuren: Frost, Eis und Schnee setzen den Straßen zu, vielerorts ist der Belag aufgeplatzt. Die Sanierung der Straßen wird im Würmtal teuer.

Noch bedeckt der Schnee etliche Nebenstraßen, doch an vielen Stellen sind Schäden bereits erkennbar. So etwa an der Steinkirchner Straße in Gräfelfing: Löcher und geflickte Abschnitte mahnen Verkehrsteilnehmer zur Vorsicht. Einige Fahrer alarmieren sogar das Rathaus. „Straßenschäden werden uns auch von Bürgern gemeldet“, sagt Peter Baumann vom Gräfelfinger Bauamt. „Vor allem die Rottenbucher Straße und das Gewerbegebiet sind betroffen.“ Von einem Sicherheitsrisiko könne man allerdings nicht sprechen. Baumann verspricht: „Im Frühjahr werden alle Schäden behoben.“

Andreas Löbe vom Planegger Bauamt weist auf grundlegende Mängel hin. „Der Ausbauzustand der Straßen ist nicht ganz zeitgemäß.“ Angesichts reger Bautätigkeit und steigender Verkehrsbelastung blieben Schlaglöcher im Winter nicht aus. Anfällig seien vor allem Bereiche, in denen nach Kanal- oder Telekom-Arbeiten über Gräben asphaltiert werde. „Bei Wechsel aus Wärme und Kälte gehen die Fugen auf.“ Die Rechnung zahlt die Gemeinde. „Wir geben jährlich zwischen 250 000 bis 300 000 Euro für den Straßenunterhalt aus - unter anderem für Reparaturen durch Frostschäden.“ Während für Maßnahmen an der Pasinger, Germeringer und Münchner Straße der Staat beziehungsweise der Kreis aufkommt, muss die Gemeinde Planegg die anderen Straßen aus eigenem Budget ausbessern. „Alle können wir nicht auf den aktuellen Stand bringen“, stellt Löbe klar. Voriges Jahr sei die Josef-von-Hirsch-Straße saniert worden, „heuer kommen die Luisenstraße und eventuell die Egenhofenstraße dran“.

Krailling finanzierte in den vergangenen Jahren Komplettsanierungen - zuletzt in der Pentenrieder Straße für 1,3 Millionen Euro. „Es ist sinnvoller, komplett zu sanieren als Flickschusterei zu betreiben“, betont Kraillings Kämmerer Gerhard Friedrich. Die Schadensbehebung pro Jahr beziffert Friedrich mit rund 100 000 Euro. Heuer habe die Dorfstraße in Frohnloh Priorität, unabhängig von den Auswirkungen des Winters. Nach Einschätzung von Bauhofleiter Josef Huber kann noch einiges auf die Gemeinde zukommen. Vor allem die Kraillinger Straße nach Pentenried und die Ortsverbindungsstraße nach Frohnloh seien in Mitleidenschaft gezogen. Huber: „Abwechselnd Frost und Tauwetter sind der Tod für die Straßen.“ Vorrübergehend helfe nur eines: „Wir verschließen die gröbsten Stellen mit einem Kaltmischgut, damit nichts passiert.“

Auch in Neuried behilft man sich mit Notlösungen. „Kleine Schlaglöcher werden mit Kaltbitum ausgegossen, sodass keine Autos hängen bleiben“, erklärt Helmut Petro vom Bauamt Neuried. „Breite Risse werden großflächig rausgeschnitten, darüber wird geteert.“ Dies sei heuer noch nicht vorgekommen. „Wir müssen erst warten, bis die Straßen frei sind.“ Erkennbar seien bereits Probleme am Haderner Weg. „Da bricht seitlich die Straße großflächig weg“, sagt Petro. Zugunsten von Ausbesserungsarbeiten habe die Gemeinde bei der Haushaltsplanung vorgesorgt: „Für reines Flickwerk werden 80 000 und 130 000 Euro eingestellt.“

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