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Viel befahren und trotzdem läuft es meist: Die A 96 bei Gräfelfing.

Abgehängt von Boom und Verkehrsdruck

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Würmtal - Auf der A99 kommt es zu Mega-Staus. Die A96 bleibt dagegen weitgehend verschont. Das Würmtal kämpft mit anderen Verkehrsproblemen.

Mega-Staus auf den Autobahnen und Schleichverkehr durch die Wohngebiete – nach Meinung von Verkehrsexperten könnte das in den nächsten Jahren zum Dauerzustand in München und Umgebung werden. Was vor allem den Gemeinden im Münchner Osten und Norden zu schaffen macht, wirkt sich zwischen Gräfelfing und Gauting nicht so gravierend aus. „Das liegt daran, dass es im Würmtal keinen großen Bevölkerungszuwachs gibt“, sagt Josef Seebacher, Sprecher der Autobahndirektion Südbayern.

„Verkehr ist abhängig von Einkommen und Bevölkerungswachstum“, so Seebacher. Er erinnert sich gut an seine Schulzeit, die er in Gräfelfing verbrachte. 14 000 Einwohner, so habe er gelernt, gebe es in der Gemeinde. Das ist Jahrzehnte her. Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung bezifferte die Zahl der Gräfelfinger im Jahr 2012 aber auch nur auf 13 130.

Die Boomregion, so Seebacher, liege im Münchner Norden und Osten, in der Nähe zum Flughafen. Dort säßen die großen Arbeitgeber wie BMW und Microsoft, dort wolle jeder hin. „Das merkt man am Verkehr sehr stark. Der ganze A99-Ring ist an seiner Kapazitätsgrenze angelangt, von Allach bis zum Südkreuz.“ Da es keinen Ringschluss durch das Würmtal gibt und in den nächsten Jahrzehnten laut Seebacher damit auch nicht zu rechnen sei, seitdem Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer 2010 das umstrittene Projekt stoppte, bekommt das Würmtal den ganz großen Verkehrsdruck nicht zu spüren.

Von einer Insel der Glückseligen will Seebacher trotzdem nicht sprechen: „Gräfelfing hat schon eigene Verkehrsprobleme. Die Autobahn selbst ist ein Störfaktor.“ An der Dauerzählstelle der A96 München-Lindau auf Gräfelfinger Gebiet werden täglich mehr als 90 000 Fahrzeuge erfasst. „Der höchste Stand auf der Lindauer Autobahn liegt zwischen Gräfelfing und der Anschlussstelle Blumenau“, sagt Seebacher. Er schränkt aber ein: „Autobahnprobleme sind im Bereich Gräfelfing in der Form nicht da.“

Im Jahr 2006 wurde der Westabschnitt des Autobahnrings geschlossen, außerdem ist ebenfalls erst seit 2006 die A96 durchgehend bis zum Bodensee befahrbar. „Das war immer eine Stummelbautobahn“, so Seebacher. Die Autobahndirektion Südbayern stellte in der Folge einen „gewaltigen Verkehrssprung“ auf der A96 bei Germering und Gilching fest. Der Verkehr floss in Richtung A99 ab und nicht durchs Würmtal.

„Das Würmtal hat viel eigenen Verkehr, eher regional, Ziel- und Quellverkehr“, sagt Seebacher. Das mag auch der Tatsache geschuldet sein, dass das Durchschnittseinkommen relativ hoch ist und damit die Autodichte. Hinzu kommen diejenigen, die von außerhalb zu ihrem Arbeitsplatz in den Gewerbegebieten oder zu den Biotech-Firmen oder Universitätsinstituten nach Martinsried fahren. Im Vergleich zu den Massen in anderen Bereichen des Landkreises München mag das überschaubar sein. Doch wer an einer der verkehrsstarken Straßen wohnt, wie der Lochhamer Straße in Gräfelfing oder der Germeringer Straße in Planegg, dürfte subjektiv einen anderen Eindruck von der Situation haben.

Dass der Verkehr in die Wohngebiete drückt, weil auf der Autobahn nichts mehr geht, bekamen die Würmtaler zuletzt zu spüren, als die Lacklbrücke östlich des Autobahntunnels nachts abgerissen wurde. Da die Fußgängerbrücke verhältnismäßig schmal und damit fragil war, kam ein Abriss in Abschnitten wie bei der Autobahnbrücke im vergangenen Jahr nicht in Frage. Zwischen 21 Uhr und 5 Uhr morgens wurde deswegen die Autobahn in einer Nacht von Samstag auf Sonntag gesperrt und der Verkehr über Planegg umgeleitet

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