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Thomas Blessing, Bauhofleiter in Krailling , sieht den intensiven Wintereinsatz gelassen, wie auch seine Kollegen im Würmtal. Das gilt nicht für alle Bürger.

Winterdienste im Würmtal

Achtfache Schneemenge im Rekord-Januar

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Die Schneemengen in diesem Jahr bereiten Probleme. Die Winterdienste im Würmtal arbeiten teils rund um die Uhr – und ernten immer noch Kritik.

Würmtal„Beim Januar 2019 handelt es sich definitiv um einen Rekordmonat“, sagt Gautings Sprecher Maximilian Olberding. Die Betriebshofmitarbeiter kamen auf 30 Einsatztage, im Vorjahr waren es zwölf. Die Gemeinde hat auch die gefallenen Schneemengen addiert. Während 2018 insgesamt zwölf Zentimeter gemessen wurden, sind es 2019 schon 96. Der längste Einsatz in Gauting am 10. Januar dauerte 15,5 Stunden.

„Die ersten beiden Januarwochen waren wir rund um die Uhr im Einsatz“, berichtet auch der Leiter des Planegger Betriebshofs, Alexander Veit. „Das war massiv. Man wusste gar nicht mehr, wohin mit dem Schnee.“

Jetzt, da es nicht mehr schneit, seien die Mitarbeiter des Betriebshofes damit beschäftigt, Schnee mit einem Ladekran auf einen Lastwagen zu heben. Allmählich gebe es dann wieder mehr Parkmöglichkeiten entlang der Straßen. Aber: „Das dauert natürlich.“ Einige Planegger haben dafür keine Geduld. „Es fehlt manchmal umfassend an Verständnis.“ Viele unfreundliche Anrufe im Betriebshof seien die Konsequenz. Veit wirbt um Verständnis: „Zaubern können wir auch nicht.“

Rudi Lenz, stellvertretender Leiter des Gräfelfinger Baubetriebshofes, wundert sich, dass die Leute, die sich am Wochenende über schneebedeckte Berge freuen, sich unter der Woche zuhause am Schnee stören. „Endlich ist mal wieder richtig Winter“, freut er sich. Dabei bedeuten Schnee und Eis für ihn viel Arbeit. Früh um vier Uhr steht er auf, schaut sich die Brücken, die Steigungen und die Busstrecke an, um zu entscheiden, ob der Winterdienst handeln muss.

Es kann sein, dass das erste Räumfahrzeug dann um halb fünf ausrückt. Es kann aber auch sein, dass Lenz erstmal wieder nach Hause fährt, frühstückt und Zeitung liest. Wenn es dann um sechs Uhr aufklart und die Temperatur auf 0,5 Grad sinkt, schlägt er Alarm. Das Thermometer hat er im Winter immer fest im Blick. „Für den Winterdienst gibt es keine Schablone“, sagt er. Ob es ihn gerade brauche, hänge immer wieder neu vom Wetter ab.

„Wenn es bei mir im Hof glatt ist, kann ich davon ausgehen, dass die Straße auch glatt ist“, sagt der Leiter des Neurieder Bauhofs, Bernd Schneider. Er ist der Meinung: „Es ist ein normaler Winter. Es ist halb so schlimm.“ Schneider sagt aber auch, dass er heuer mehr zu tun habe als sonst. „Es gibt halt ein paar Überstunden.“ In Neuried teilen sich vier Mitarbeiter des Bauhofs den morgendlichen Spähdienst. „Wenn’s schneit, ruft man direkt alle Leute an.“ Wenn es bei ihm auf dem Hof glatt ist, dann auch. Sonst fährt der Spähdienst erstmal mit einem normalen Auto eine Runde, um die Lage zu erkunden, und reagiert dann entsprechend. Nur zu spät sollte der Winterdienst morgens nicht loslegen. „Das Schlimmste ist der Berufsverkehr.“

Auch Thomas Blessing, Kraillings Bauhofleiter, erklärt: „Wir versuchen, dass wir um sieben auf den Hauptstraßen fertig sind.“ Doch manchmal sei das nicht zu schaffen. „Wenn die Sonne rauskommt, wird es im Normalfall erstmal kalt.“ Dann sind Winterdienst und Berufsverkehr gleichzeitig auf der Straße unterwegs. Auch Blessing will sich trotz der Schneemassen in diesem Januar nicht beklagen. Wenn es stark schneit, müssen er oder sein Stellvertreter um drei Uhr früh raus, sonst um vier. „Da wird der Tag schon lang.“ Aber er sagt: „Es ist ein Winter, wie er gehört – man ist ihn halt nicht mehr gewohnt.“ Er schätzt, dass es in Krailling heuer doppelt so viel geschneit hat, wie in den Jahren zuvor. Und: „Der Winter ist noch nicht vorbei.“

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