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Zucchini, Kürbisse, Rote Bete und vieles mehr selber ernten: (v.li.) Eveline Gramer, David Hatton, Eva Höpner , Dietlind Freyer-Zacherl und Anita Hatton auf dem „Sonnenacker“ am Grenzsaum zwischen Planegg und Krailling.

Anbaufläche verdoppelt

Erfolgsmodell „Sonnenacker“

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Die Anbaufläche hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt: Der „Sonnenacker“ am Grenzsaum zwischen Planegg und Krailling ist ein Erfolgsmodell. Statt 19 Pächter wie 2017 bauen inzwischen 30 Hobbygärtner Blumen, Salat oder Gemüse an.

Planegg/Krailling– Östlich der Amtmannstraße hinter dem ehemaligen Planegger Schlossgut hat der Landwirt Wilhelm Painhofer ein Stück von seinem Acker abgezweigt. Während ringsum längst alles abgeerntet ist, blüht, wächst und gedeiht es dort. Die 30 „Sonnenacker“-Pächter beanspruchen heuer eine Fläche von knapp 2000 Quadratmetern.

Gerechnet wird in Bifängen, Erddämmen, wie sie für den Kartoffelanbau genutzt werden. Ein Bifang ist 100 Meter lang, was rund 80 Quadratmetern entspricht. Insgesamt 24 Bifänge wurden von Painhofer im Frühjahr für die Hobbygärtner vorbereitet, im Premierenjahr waren es zwölf gewesen. Wer mitmacht, wählt zwischen einem halben oder einem ganzen Bifang. Die Pacht beträgt 30 beziehungsweise 60 Euro für ein Anbaujahr, das im April beginnt und Ende Oktober aufhört. Das Meiste fließt an den Landwirt, einen kleinen Teil behält die Solidargemeinschaft Starnberger Land ein, die sich um die Organisation kümmert und mit Rat und Tat zur Seite steht.

Seit 2003 bietet Starnberger Land die Möglichkeit, auf gepachteter Fläche nach Herzenslust zu säen, zu pflegen und schließlich zu ernten. Inzwischen ist die Zahl auf elf „Sonnenäcker“ angewachsen. Zwei davon liegen in Gauting, an der Hang- und der Reismühlerstraße. Die Kraillinger FBK-Gemeinderätin Dietlind Freyer-Zacherl war begeistert vom „Sonnenacker“ an der Reismühle und bemühte sich mit ihrem Fraktionskollegen, dem Landwirt Rudolf Heidrich, darum, auch in Krailling ein derartiges Projekt zu ermöglichen. „Es gibt ganz viele Leute, die Spaß daran haben“, sagt sie. Auch wenn Freyer-Zacherl selbst keine Pächterin ist, weil ihr die Arbeit im eigenen Garten reicht, schaut sie öfter an der Amtmannstraße vorbei und freut sich über die Reihen von roten Rüben, Zwiebeln, Spinat, Lauch und Kohl, zwischen denen immer wieder Blumen für Farbtupfer sorgen.

„Es ist etwas Besonderes dort“, sagt Jana Schmaderer, „Sonnenäcker“-Beauftragte von Starnberger Land, über den Standort an der Ortsgrenze zwischen Planegg und Krailling. „Man merkt, dass es sich eher um sein städtisches Wohngebiet mit kleineren Gärten oder nur Balkonen handelt. Da ist die Nachfrage schon größer.“

Schmaderer sieht als großen Vorteil der „Sonnenäcker“, dass sich die Pächter Jahr für Jahr aufs Neue entscheiden und sich nicht etwa wie in einer Schrebergartenkolonie auf Jahre verpflichten. Auch wenn es „etliche Wiederholungstäter“ gibt, wie Schmaderer sagt. Manch einer sei von der ersten Stunde an mit von der Partie.

Wer Fragen rund um den Anbau hat, erfährt auf der Website der Solidargemeinschaften Unser Land, was wann angebaut werden kann oder welche Sorten sich kombinieren lassen. Er kann sich aber auch direkt an Jana Schmaderer und ihre Kollegin Sophie Peikert wenden. „Das Wichtigste ist allgemein beim Gärtnern, dass man immer wieder hackt“, sagt Schmaderer. „Das Lockern ist wichtig, sonst kann der Boden Feuchtigkeit wie Tau oder Regen nicht aufnehmen.“ Auch wenn viele Pächter erst am Anfang ihrer Gärtner-Laufbahn stehen, erreichten sie nur gelegentlich Fragen zu Krankheiten oder dem Kartoffelkäfer. Schmaderer: „Die tauschen sich untereinander viel aus auf dem Acker und teilen ihre Erfahrungen.“

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