Seit 30 Jahren Gerätewart in Gräfelfing: Zu Gerhard Regensburgers Aufgaben zählt auch die Fahrzeugreinigung.
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Seit 30 Jahren Gerätewart in Gräfelfing: Zu Gerhard Regensburgers Aufgaben zählt auch die Fahrzeugreinigung.
Arbeitsplatz Feuerwehrgerätehaus: die Planeggerin Cathleen Schöne.
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Arbeitsplatz im Feuerwehrgerätehaus: die Planeggerin Cathleen Schöne.

Unterstützung für die Ehrenamtlichen

Arbeitsplatz Feuerwehr

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Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren im Würmtal investieren Jahr für Jahr tausende Stunden ins Ehrenamt. Unterstützt werden sie meist von hauptamtlichen Gerätewarten. Der Planegger Wehr steht seit Februar auch eine Verwaltungsangestellte zur Verfügung.

Würmtal– Die Gemeinden sind laut Bayerischem Feuerwehrgesetz dazu verpflichtet, für Brandschutz und technische Hilfeleistung bei Unglücksfällen und Notständen zu sorgen. Um das zu gewährleisten, müssen sie gemeindliche Feuerwehren aufstellen, ausrüsten und unterhalten. Planegg lässt sich das jährlich rund 600 000 Euro kosten, Neuanschaffungen von Fahrzeugen nicht miteinberechnet. Allein die Instandsetzung der Arbeitsgeräte und Maschinen ist mit 30 000 Euro veranschlagt, die Beschaffung kleiner Geräte mit 60 000 Euro. Hinzu kommen die Unterhaltskosten für die Feuerwehrgerätehäuser in Planegg und Martinsried. Ebenfalls enthalten sind die Personalkosten für die beiden hauptamtlichen Gerätewarte, die sich um die sachgerechte Wartung, Instandsetzung und Lagerung der Gerätschaften kümmern.

Einer der beiden übernimmt auch Verwaltungsaufgaben, die durch den Biotechnologie-Campus in Martinsried mit Universität, den Max- Planck-Instituten und dem Innovations- und Gründerzentrum aufwendiger ausfallen als anderswo. Desinfektionsmittelabfragen müssen regelmäßig erneuert werden, Einsatzpläne für Forschungs- und Gewerbebetriebe erstellt werden. Um mehr Zeit dafür zu haben, sollte der Gerätewart durch eine zusätzliche Teilzeitkraft im technischen Bereich entlastet werden. Die Gemeinde reagierte auf die Anfrage, indem sie eine Verwaltungsangestellte mit 32-Stunden-Woche abstellte. „Eine Bürokraft in dem Sinn hatten wir bisher nicht“, sagt Heizer. „Man muss sie erst mal einarbeiten und mit den Begrifflichkeiten vertraut machen, aber dann ist das eine sehr gute Entlastung.“

Trotz der hauptamtlichen Hilfe kamen die Planegger 2017 auf 13 177 Stunden ehrenamtlichen Engagements und damit 123 Stunden pro Einsatzkraft. „Streckenweise sind das ganz ordentliche Belastungen, die auch Familie und Arbeitgeber betreffen können“, sagte Kommandant Martin Heizer jetzt auf der Jahreshauptversammlung.

Die Neurieder Feuerwehr hat ebenfalls zwei hauptamtliche Gerätewarte. Die Gräfelfinger bekamen 1976 ihren ersten hauptamtlichen Gerätewart mit Dienstwohnung im Feuerwehrgerätehaus. Inzwischen gibt es eine zweite hauptamtliche Kraft sowie einen Gerätewart auf 450-Euro-Basis. „Ich kann unseren Kameraden nicht zumuten, samstags nach der Übung noch die Wagen waschen zu müssen“, sagt Kommandant Markus Fuchs. Bei 200 bis 250 Einsätzen jährlich, bei größeren Unwettern auch mal über 300, leisteten die ehrenamtlichen Einsatzkräfte genug, so Fuchs, der das Wochenende rund um die Generalversammlung der Feuerwehr als Beispiel nennt, wo innerhalb von drei Tagen noch sieben Einsätze zu bewältigen waren und die eingesetzten Gerätschaften im Anschluss wieder gereinigt und geprüft werden mussten. „Wir sind sehr gut ausgestattet, aber wir sind ehrenamtlich auch viel unterwegs“, so Fuchs. Das Aufgabengebiet der Gräfelfinger Feuerwehr sei komplex mit Autobahn, Gewerbegebiet, zwei Kliniken und Schulcampus. Zudem, so Fuchs, sei in Großstadtnähe die Selbsthilfebereitschaft nicht so groß wie auf dem Land. Da werde schneller mal die Feuerwehr gerufen.

Im Landkreis Starnberg sind hauptamtliche Gerätewarte nicht so verbreitet wie im Landkreis München. In Gauting gibt es einen hauptamtlichen Gerätewart, der zuständig ist für alle Ortsteilfeuerwehren, also Gauting, Unterbrunn, Oberbrunn, Buchendorf und Stockdorf, allerdings von Ehrenamtlern unterstützt wird.

In Krailling gibt es keine hauptamtliche Hilfe. „Da sind wir noch nicht groß genug“, sagt Peter Bauch, der 14 Jahre lang 2. Kommandant und 2. Vorsitzender des Feuerwehrvereins war und jetzt die beiden Ämter abgab, um ab Mai als Starnberger Kreisbrandmeister zu wirken. In Krailling teilen sich sechs ehrenamtliche Gerätewarte die Aufgaben in Kfz-Wesen, Geräte-Wesen und Atemschutz. In Starnberg, so Bauch, gebe es vier hauptamtliche Gerätewarte, in Tutzing und in Herrsching jeweils einen. Alle anderen Feuerwehren im Landkreis kämen ohne aus. Dabei werde die Aufgabenstellung immer anspruchsvoller. Bauch: „Sind 5000 Stunden Gerätepflege im Jahr Ehrenamtlichen noch zuzumuten?“

Ein Frage, die in Planegg längst klar mit nein beantwortet wurde. Die ehrenamtlichen Feuerwehrler wandten 2017 dank der hauptamtlichen Unterstützung nur 700 Stunden für Fahrzeug- und Gerätepflege auf. Die Zahl der Stunden für Verwaltungsarbeit – im vergangenen Jahr waren es 3800 – dürfte dank neuer Bürokraft demnächst auch zurückgehen.

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