Grundschüler aus Planegger Partnerstadt suchen im Würmtal vergeblich Brieffreunde

Französisch im Abseits

Würmtal – Austauschschüler im Grundschulalter gesucht. Planeggs Partnergemeinde Meylan wünscht sich mehr junge Brieffreunde im Würmtal. Die finden sich derzeit nur in Martinsried. Und vielleicht auch dort nicht mehr lange.

Früh übt sich. Französisch kommt bei Martinsrieds Grundschülern gut an. Ab der zweiten Klasse dürfen sie eine Stunde pro Woche Französisch lernen. Obwohl der Besuch des Unterrichts freiwillig ist, gehen alle Schüler gerne hin, sagt Rektorin Margit Baran-Lander. Die Eltern könnten ihre Kinder auch von dem Sprachunterricht befreien lassen. Aber: „Das ist bei uns aber noch nie vorgekommen“, sagt Baran-Lander.

Ihre Grundschüler lernen nicht nur Französisch im Unterricht. Seit vielen Jahren stehen sie in regem Austausch mit ihren Altersgenossen in Planeggs Partnergemeinde Meylan. „Die schreiben sich schöne Postkarten“, sagt die Rektorin über die Brieffreundschaft. „Da findet ein sehr schöner Austausch statt.“ Auch die Planegger Grundschüler hatten einmal diesen Austausch – jedoch ohne Französischkenntnisse. Denn die Sprache wird nur in Martinsried unterrichtet. „Es ist wieder eingeschlafen“, sagt Planeggs Schulsekretärin Stefanie Eigel daher über die Korrespondenz.

Für Meylan ist das ein kleines Problem. „Die Grundschule in Meylan ist relativ groß“, weiß Baran-Lander. Da die Martinsrieder Grundschule vergleichsweise klein ist und die Schüler jeweils nur einem Partner schreiben, haben die Lehrer in Meylan eine Lücke zu schließen. Als Anfang Mai eine Delegation aus Meylan in Planegg zu Besuch war, sollte deshalb die Brieffreundschaft mit Planeggs Grundschülern wiederbelebt werden. Ein Treffen mit Vertretern der örtlichen Grundschule und einem Lehrer aus Frankreich war anberaumt, habe dann aber nicht stattgefunden. Französisch werde auch heute nicht in Planegg unterrichtet, insofern könnten die Grundschüler nur auf Deutsch schreiben, so Eigel.

Im Gegensatz zu Planegg hat Kraillings Grundschulrektorin Alexandra Helfrich selbst versucht, einen Austausch zwischen ihren Schülern und den Kindern in Kraillings Partnergemeinde Paulhan einzufädeln. „Bislang ist leider nichts mit unseren Franzosen zu Stande gekommen“, bedauert sie. In Krailling werde auch kein Französisch unterrichtet, obwohl sie es gerne anders hätte. „Ich wollte eine Arbeitsgruppe Französisch anbieten“, sagt sie. Dies sei aber am mangelnden Interesse gescheitert. Englisch hingegen werde gut angenommen.

Französischunterricht und -austausch laufen also nur in Martinsried gut. Doch es könnte sein, dass es auch dort beides nicht mehr lange geben wird. Baran-Lander bedauert: „Es läuft leider aus, weil das Programm vom Staat nicht mehr gefördert wird.“ Englisch habe sich als Pflichtfach etabliert. Auch darin bietet die Martinsrieder Grundschule Unterricht und Austausch an. Doch Baran-Lander will Französisch nicht aufgeben. „Wir hoffen, dass wir es weiterführen können“, sagt sie.

vs

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