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Reichlich Schriftverkehr: Auch mit 88 ist Herbert Veit bei Helferkreisen noch ein gefragter Ratgeber.  

Hartmut-Johnsen-Preis für Herbert Veit

„Beispielloses Engagement“

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Der Helferkreis Asyl und Herbert Veit sind untrennbar miteinander verbunden. Seit 25 Jahren. Jetzt wird er dafür vom Rotary-Club Gauting-Würmtal mit dem Hartmut-Johnsen-Preis ausgezeichnet. Der Helferkreis profitiert davon.

Würmtal – Er braucht keine Preise mehr. Herbert Veit ist 88 Jahre alt und wurde schon mehrfach geehrt. Doch jetzt ist es wieder so weit: Der Rotary-Club Gauting-Würmtal will ihm den Hartmut-Johnsen-Preis verleihen. Veit ist das spürbar unangenehm. Er mag keinen Personenkult. Der Kraillinger will die Arbeit des Helferkreises Asyl in den Vordergrund gestellt wissen, für den er sich so ausgezeichnet eingesetzt hat. Nur gut, dass das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro direkt dem Projekt zugedacht ist. Am Dienstagabend, 6. Februar, ehren ihn die Rotarier in der Kraillinger Brauerei.

Der Helferkreis Asyl im Würmtal und Herbert Veit sind untrennbar miteinander verbunden. Deshalb werden im Rahmen der Auszeichnung auch beide bedacht. „Was ich da gemacht habe, ist nichts Besonderes, das hat sich so ergeben“, sagt Veit. Er hat seine Aufgabe stets ernst genommen und steht bis heute als gefragter Berater in Diensten des Helferkreises. „Er ist Motivator und Vorbild für viele und eine fachliche und vor allem moralische Instanz im Würmtal“, begründet Anneliese Bradel vom Rotary Club Gauting-Würmtal die Wahl des diesjährigen Preisträgers.

Als Annemarie Detsch, spätere Planegger Bürgermeisterin, vor 25 Jahren Flüchtlinge aus dem Kosovo durch Planegg irren sah, lud sie Veit zu einem Gesprächskreis junger Erwachsener nach St. Elisabeth in Planegg ein. „Da haben die gedacht, ein Amnesty-Mann könnte helfen“, meint er. Damals war er schon über 15 Jahre bei Amnesty International im Würmtal aktiv. Detsch glaubte, die Flüchtlinge aus dem Kosovo könnten Hilfe gebrauchen „und das war auch der Fall“. Sie hatten zwar eine Unterkunft, aber sie fanden sich nicht zurecht. „Wir haben geklingelt und gefragt: Braucht ihr irgendetwas“, erinnert sich Veit. Kurze Zeit später wurde er Sprecher des neugegründeten Helferkreises Planegg-Krailling.

Damals, vor 25 Jahren, habe noch ein Helferkreis genügt. Heute sind daraus drei geworden. Es gibt einen in Gräfelfing, einen in Planegg und einen in Krailling – alle drei sind eng verbunden, arbeiten eng zusammen, haben eine gemeinsame Kasse.

Gerade als Veit und drei ältere Damen, mit denen er 2015 den Rest des damaligen Helferkreises bildete, dachten, man werde nicht mehr gebraucht, kam wieder ein Anruf. Und plötzlich sei es nicht mehr um das Wohl von rund 100 Schützlingen gegangen. Auf einmal seien es im Zuge der Flüchtlingskrise rund 500 gewesen. „Das war dramatisch“, sagt Veit. „Und dann ging es halt wieder los.“ Der Kraillinger ist überzeugt: „Unsere Arbeit bringt etwas.“ Und so hat er 25 Jahre unermüdlich für den Helferkreis gearbeitet.

„Das soziale Engagement von Herbert Veit für Menschen in Not, für Menschen auf der Flucht ist wohl beispiellos und der pensionierte Diplom-Bau-Ingenieur damit sicher einer der verdienstvollsten Preisträger in der 15-jährigen Geschichte des Rotary-Clubs Gauting-Würmtal“, findet Bradel.

Veit freut sich, dass der Helferkreis das Preisgeld bekommt. Für ihn scheint seine Arbeit eine Selbstverständlichkeit zu sein. Ihm sei es gut gegangen, sagt der Kraillinger, er habe davon einfach etwas abgeben wollen.

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