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Von Bibern gefällter Baum: Im vergangenen Jahr gab es im Würmtal kaum Beschwerden wegen der Biber.

Nager passen sich an

Biber an der Würm bleiben unauffällig

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Zwei Biberfamilien leben aktuell in Gräfelfing und Planegg. Spuren im Schnee zeugen von ihrer Anwesenheit, hin und wieder auch mal ein angeknabberter Baum, ansonsten verhalten sie sich unauffällig. Es ist nicht lange her, da riefen besorgte Würmtaler in ihren Rathäusern an: „Der Biber ist wieder im Garten.“ Doch heuer ist es fast still.

Würmtal – „Wir haben Geld im Haushalt, um eine Biberwiese anzulegen“, sagt Lydia Brooks vom Gräfelfinger Umweltamt. Am Anger sollten Weidenstecklinge gepflanzt werden, damit die Biber nicht andere Bäume abfressen. Doch die Biber scheinen dieses Geschenk nicht zu brauchen. „2017 war viel los.“ Da habe es viele Verbissschäden gegeben. Gemeindemitarbeiter schützten damals einige Bäume mit Gitterhosen. Und weil sich die Biber als geschickt erwiesen und Wege darum herum fanden, dachte Brooks zusammen mit dem Biberbeauftragten des Landkreises München, Michael Wagner, über weitere Maßnahmen nach: Die Biberwiese zum Beispiel. Doch dann wurde es ruhig. Wie viele Biber aktuell in dem Biberbau am Anger wohnen, weiß Brooks nicht. Im Sommer sei ein Biber gesichtet worden. Insgesamt könnten es fünf oder sechs Tiere sein. „Man kann sagen, wenn Reviere seit längerem bestehen, dass dort ein Familienverband lebt“, sagt Wagner.

In Planegg ist vor allem Dank des Schneefalls gut dokumentiert, dass dort mehrere Biber leben. Die Sprecherin der Gemeinde, Martina Sohn, erzählt von Spuren in der Nähe der Tandlerschlucht, beim Wellenbad. Die Biber hätten kleinere Bäume gefällt – „man konnte die Stümpfe sehen“ – und die Schleifspuren im Schnee. Wagner geht von acht bis zehn Bibern in Planegg und Gräfelfing aus. Diese leben inzwischen offenbar im Einklang mit ihrem Umfeld – daher die Ruhe. „Wenn der Biber ein paar Jahre da ist, spielt sich das ein“, erklärt Wagner. Andererseits sagt er: „Es gibt Jahre, da ist die Biberaktivität geringer als in anderen Jahren.“ Es kann sich also auch wieder ändern.

Heuer jedenfalls scheint es auch weiter flussaufwärts im Würmtal ruhig zu sein, nachdem 2015 ein Biber südlich des Stockdorfer Fitness-Parks Grubmühl großes Aufsehen erregt hatte, indem er einen damals 25-jährigen Hundeführer ins Bein gebissen hatte. Auch im vergangenen Winter wurden der Biberbeauftragten Magdalena Bahr im Gautinger Rathaus viele Verbissschäden gemeldet. Spaziergänger hatten diese auf den Waldgrundstücken zwischen Schulersteg Stockdorf und Grubmühl entdeckt. Möglicherweise habe sich zwischen Benno- und Schulersteg inzwischen eine neue Familie angesiedelt, meint Bahr. Sie hat sich die ange-nagten Bäume angeschaut: „Es ist keine Gefahr für Menschen.“ Sie verrät ungern, wo die Biber genau wohnen. Eine mit Holz aufgetürmte, aber verlassene Biberburg gebe es südlich der Reismühle kurz vor dem Pfarrweiher, verrät sie. Ein verlassener Bau sei aber selten, sagt Wagner: „Reviere sind im Regelfall Mangelware.“

Im Landkreis München waren 2017 insgesamt 72 Biberreviere bekannt, nur zwölf davon waren nicht besetzt. Wagner begrüßt Anrufe von besorgten Bürgern, die Verbissschäden melden. „Die Leute haben eine Kontrollfunktion.“ Ihm sei es recht, wenn er gewarnt werde, dass ein Baum umstürzen könnte.

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