Gemeinsamer Brief an die Landeshauptstadt

Bürgermeister gegen Kies-Ausschreibung

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In Neuried und Planegg sollen neue Kiesgruben erschlossen werden. Dafür suchen die Grundeigentümer europaweit Partner. Das sorgt im Würmtal für Unmut.

Würmtal – Trotz einer jahrzehntelangen Abbaugeschichte lagern im Boden des Würmtals immer noch große Mengen Kies und Schotter, die sich potenziell fördern ließen. Teile der Freiflächen und Waldgebiete sind deshalb im bayerischen Landesentwicklungsprogramm als Vorrangflächen für die Kiesgewinnung festgelegt. Knapp zehn Hektar einer solchen Vorrangfläche auf Neurieder und Planegger Flur will die Heiliggeistspital-Stiftung München, Eigentümerin eines Teils des Forstes Kasten, in den nächsten Jahren zum Kiesabbau verpachten. Die Ausbeutung des 400 Meter westlich vom Neurieder Ortsrand gelegenen Areals hat die Stiftung Anfang 2017 ausgeschrieben. Und zwar europaweit, was im Würmtal für Unmut sorgt.

Weil die Stiftung von der Landeshauptstadt München verwaltet wird, haben die Bürgermeister von Neuried, Planegg, Gräfelfing und Krailling sich mit einem Brief vor einigen Wochen an Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter gewandt, in dem sie ihre Bedenken gegen die Ausschreibung formulieren. „Je nachdem, wer den Auftrag bekommt, kann das erhebliche Belastungen für Neuried, aber auch andere Gemeinden bedeuten“, sagt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel.

Nebenan betreibt die Gräfelfinger Firma Glück auf Flächen eines anderen Eigentümers, unweit des Asphaltmischwerks, bereits eine Kiesgrube. Von dort wird der Kies auf einem unterirdischen Transportband auf das Firmengelände an der Würmtalstraße in Gräfelfing verbracht. Deshalb hätte es Zipfel am liebsten, wenn Glück auch die Flächen der Stiftung ausbeuten würde. „Dann müssten keine zusätzlichen Lkw fahren“, sagt er. Betroffen sei sicher die M4, glaubt Zipfel. Auf welchen Wegen der weitere Transport erfolgen würde, sei völlig offen. „Man weiß ja nicht, wo die jeweilige Firma den Kies weiterverarbeitet.“ Gauting oder Planegg könne der Mehrverkehr ebenfalls treffen. Auch die Zahl der zusätzlichen Lkw sei offen.

Zipfel beklagt, dass man von der Stadt nicht informiert worden sei und die Umweltverträglichkeit kein Ausschreibungskriterium sei. Auf eine Reaktion auf den Brief warte man bisher trotz Nachfrage vergeblich.

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